Der Lebenslauf als Arzt

Wer sich bei einem Klinikum bewirbt, versendet neben Zeugnissen und dem Anschreiben auch einen Lebenslauf. Was muss hinein, worauf kann man verzichten?

Lebenslauf

Welche Angaben muss der Lebenslauf enthalten? | bakhtiarzein/Fotolia

Aufbau und Inhalt des Lebenslaufs als Arzt

In einem Lebenslauf, auch Curriculum Vitae (CV) genannt, informiert man lückenlos und stichpunktartig über den persönlichen und beruflichen Werdegang. Bei Ärztinnen und Ärzten enthält er zwingend Angaben zur eigenen Person sowie Informationen zu Studium, Promotion, PJ, Fremdsprachen und beruflichen Erfahrungen. Unter Umständen empfiehlt es sich außerdem, ein Bewerbungsfoto beizufügen, geleistete Famulaturen und Hospitationen aufzulisten, und Hobbies zu benennen. 

Generelles

Grundsätzlich gilt, dass man Jahresangaben machen kann, wenn es sich um längere Zeiträume handelt (z.B. Schulzeit) und man bei kürzeren Zeitspannen, wie zum Beispiel bei Famulaturen oder Praktika, Monate notiert. Wichtige Unterüberschriften oder Passagen kann man fetten, um sie hervorzuheben. Auch die Examensnote kann aufgeführt werden, wenn die Examensarbeit zur beworbenen Stelle passt (z.B. Uni-Klinik oder Forschung). Bewirbt man sich auf eine Stellenanzeige in einer Abteilung, in der Teamarbeit groß geschrieben wird, kann man die Examens-Note auch weglassen. Sonst läuft man Gefahr als Einzelkämpferin“ bzw. „Einzelkämpfer“ wahrgenommen zu werden. 

Diese Inhalte sind verpflichtend

Persönliche Angaben: Name und Vorname, Geburtsdatum, Geburtsort und Anschrift.
Seitdem das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz in Kraft getreten ist, sind Angaben zur Staatsangehörigkeit, Familienstand und Konfession nicht mehr verpflichtend, zum Teil dennoch sinnvoll. Bei einer Bewerbung an einem konfessionellen Krankenhaus sollte die Konfessionsangabe nicht fehlen. Bei einer hohen Arbeitsbelastung wie bei dem Arztberuf, kann die Angabe "ledig" positiv wirken.

Studium: Studienort und Zeitraum sowie die Zeitangaben zu den Ärztlichen Prüfungen. 

Promotion (falls vorhanden): Titel, Betreuer, Fachabteilung, Klinik und Zeitraum.

Veröffentlichungen (falls vorhanden).

Praktisches Jahr (PJ): Zeitraum, Klinik und Fachgebiet. Wenn es thematisch passt, kann auch der ärztliche Leiter benannt werden. 

Engagement: Erfahrungen als Sanitäter oder andere besondere Begabungen können hier genannt werden, Stipendien oder Preise, die Arbeit in der Fachschaft oder Ehrenämter. Wenn ein Freies Soziales Jahr (FSJ) oder der Zivil- bzw. Bundesfreiwilligendienst in einer medizinisch relevanten Einrichtung erfolgt ist, kann auch dies angegeben werden.

Fremdsprachen: Sind natürlich vor allem relevant, wenn man sich im Ausland/bei einem internationalen Unternehmen bewirbt. In jedem Fall sollte man allerdings seine Kenntnisse benennen, im Idealfall mit einem Verweis auf Sprachtests. 

Kann, muss aber nicht

Bewerbungsfoto: Zwar ist es keine Pflicht mehr, ein Bewerbungsfoto beizufügen, die amerikanische Form der anonymisierten Bewerbung ohne Foto ist zumindest in der Gesundheitsbranche in Deutschland aber noch nicht sehr verbreitet. 

Famulaturen und Hospitationen: Müssen im Lebenslauf nicht unbedingt angegeben werden. Wenn bereits genug praktische klinische Erfahrung gesammelt wurde, sollte man diese Angaben weglassen. Bewirbt man sich jedoch als Berufseinsteiger auf ein Fachgebiet, in dem man bereits famuliert oder hospitiert hat, ist die Angabe sinnvoll, da sie die Praxiserfahrung und die Motivation für das angestrebte Fachgebiet stärkt.

Hobbies: Wenn diese keinen relevanten Bezug zur Bewerbung haben, sollte man darauf verzichten. Niemand interessiert sich für Angaben wie Lesen, Reisen, Kochen. Heben Hobbies wiederum die Persönlichkeit hervor, kann eine Angabe sinnvoll sein. An dieser Stelle ist es geschickt, das Wort Hobby gegen ein Wort mit mehr Berufsbezug auszutauschen, wie "Berufsbezogene Interessen" oder "Engagement" (s.o.).

Unterschrift ist Pflicht

Um die Richtigkeit und die Aktualität der Daten zu bestätigen, muss man den Lebenslauf abschließend unterschreiben und Ort und Datum nennen. Bei einer digitalen Bewerbung ist es ausreichend, wenn der unterschriebene Lebenslauf als Scan beigefügt wird. 

Und hier gibt es alle Infos noch einmal zusammengefasst:

Nicht empfehlenswert:

Kostenlose Vordrucke aus dem Netz, die nicht ohne Grund bei den Suchmaschinen ganz oben gelistet werden. Lieber selbst gestalten, das ist persönlicher. 

Auszeiten sollte man nicht verheimlichen, sondern ehrlich dazu stehen. Längere Zeitabschnitte ohne berufliche Tätigkeit, wie Urlaubszeiten oder die Betreuung eines eigenen Kindes, machen den Lebenslauf individuell und damit besonders. Kürzere Urlaubsreisen gehören nicht hier hin.

Mit den Standardschriften Times New Roman und Arial macht man nichts falsch. Etwas schicker und moderner sind serifenlose Schriftarten wie Helvetica oder Lato. Die Schriftgröße sollte nicht kleiner als 10 Punkt und nicht größer als 12 Punkt sein.

Ausformulierte Sätze stehen im Anschreiben, Stichpunkte stehen im Lebenslauf. 

Am besten ein schlichtes und übersichtliches Layout verwenden. Farbige Rahmen, Grafiken oder Unterstreichungen lenken nur ab. 

Da scheiden sich die Geister:

Zwar ist es keine Pflicht mehr, ein Bewerbungsfoto beizufügen, die amerikanische Form der anonymisierten Bewerbung ohne Foto ist zumindest in der Gesundheitsbranche in Deutschland aber noch nicht sehr verbreitet. Es lohnt sich, das Bild von einem Fotografen machen zu lassen, auf Passbilder aus dem Automaten sollte man besser verzichten.

Müssen im Lebenslauf nicht unbedingt angegeben werden. Wenn bereits genug praktische klinische Erfahrung gesammelt wurde, sollte man diese Angaben weglassen. Bewirbt man sich jedoch als Berufseinsteiger auf ein Fachgebiet, in dem man bereits famuliert oder hospitiert hat, ist die Angabe sinnvoll, da sie die Praxiserfahrung und die Motivation für das angestrebte Fachgebiet stärkt.

Unterüberschriften und wichtige Passagen, wie zum Beispiel die Promotion, kann man fetten, muss es aber nicht. Auch eine (matte) farbliche Markierung ist möglich.

Wenn die Note der Examensarbeit zur beworbenen Stelle passt (z.B. Uni-Klinik, Forschung, Hochleistungsmedizin), kann man sie nennen. Wenn man sich für einen medizinischen Bereich interessiert, in dem Teamarbeit wichtig ist, lässt man die Note besser weg. Sonst läuft man Gefahr, als „Einzelkämpfer“ wahrgenommen zu werden, bei dem es unter Umständen bei der Integration in ein bestehendes Team zu Schwierigkeiten kommt.  

Auch die Abiturnote spielt bei Ärzten keine große Rolle mehr, da sie bereits für das Medizinstudium zugelassen wurden und dieses erfolgreich bestanden haben.

Wenn diese keinen relevanten Bezug zur Bewerbung haben, sollte man darauf verzichten. Niemand interessiert sich für Angaben wie Lesen, Reisen, Kochen. Heben Hobbies wiederum die Persönlichkeit hervor, kann eine Angabe sinnvoll sein. An dieser Stelle ist es geschickt, das Wort Hobby gegen ein Wort mit mehr Berufsbezug auszutauschen, wie "Berufsbezogene Interessen" oder "Engagement" (s.o.).

Das muss hinein

Persönliche Angaben (Name und Vorname, Geburtsdatum, Geburtsort und Anschrift), Zeitangaben (bei Schulzeit immer mit den Angaben „von bis“, bei längeren Zeitspannen die Nennung der Jahre, bei kürzeren Zeiträumen sollten auch die Monate notiert werden) und das Studium (Studienort und Zeitraum sowie die Zeitangaben zu den Ärztlichen Prüfungen).

Außerdem falls vorhanden, Promotionen mit Angaben zum Titel, Betreuer, Fachabteilung, Klinik und Zeitraum und Veröffentlichungen. Zum praktischem Jahr sollte der Zeitraum, die Klinik und das Fachgebiet genannt werden. Wenn es thematisch passt, kann auch der ärztliche Leiter benannt werden.

Erfahrungen als Sanitäter oder andere besondere Begabungen können hier genannt werden, Stipendien oder Preise, die Arbeit in der Fachschaft oder Ehrenämter. Wenn ein Freies Soziales Jahr (FSJ) oder der Zivil- bzw. Bundesfreiwilligendienst in einer medizinisch relevanten Einrichtung erfolgt ist, kann auch dies angegeben werden.

Sind natürlich vor allem relevant, wenn man sich im Ausland/bei einem internationalen Unternehmen bewirbt. In jedem Fall sollte man allerdings seine Kenntnisse benennen, im Idealfall mit einem Verweis auf Sprachtests.

Eine Unterschrift unter dem Lebenslauf ist Pflicht. Man muss den Namen aber nicht noch einmal unter die Unterschrift drucken. Bei einer digitalen Bewerbung ist es ausreichend, wenn ein Scan der Unterschrift eingefügt wird.

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