Bevor dir der Kopf platzt: Work-Life-Balance als Burn-out-Prävention bei Assistenzärzten

Durchgearbeitete Nächte, 24-Stunden-Schichten, ständige Bereitschaft – der Arbeitsalltag ist gerade für junge Assistenzärzte stressig und kräftezehrend. Fehlende Routine und der Wunsch danach, schnell aufzusteigen und sich einen guten Ruf zu erarbeiten, tragen ebenfalls dazu bei, dass junge Ärzte sich schnell überarbeitet fühlen. Bevor ein Burn-out droht, gilt daher: Achte auf deine Work-Life-Balance

Assistenzarzt Work-Life-Balance

Ein Balance-Akt für junge Ärzte: den stressigen Arbeitsalltag und die benötigten Erholungsphasen in ein Gleichgewicht zu bringen

Denn nur wer ausgeruht und fit seinen Dienst verrichtet, kann gewissenhaft und erfolgreich als Arzt arbeiten. Hier findest du Tipps, wie du dich vor Überarbeitung schützt und eine optimale Work-Life-Balance erreichst.

Struktur im Arbeitsalltag

Um nicht ständig Überstunden einlegen zu müssen und den Feierabend genießen zu können, ohne dass unerledigte administrative Arbeiten dich belasten, ist es unverzichtbar, Struktur in deine Arbeit zu bringen. Setz dir etwa Zeitpläne für bestimmte Tätigkeiten und versuche, dich von administrativen Arbeiten zu entlasten. So kann es zum Beispiel enorm Zeit sparen, den Entlassungsbrief eines Patienten bereits bei der Aufnahme anzulegen und immer wieder kurz zu ergänzen. Vor der tatsächlichen Entlassung benötigst du dann nur noch wenige Minuten statt mehrerer Stunden. Hier findest du typische Fehler, die junge Ärzte beim Berufsstart machen - und die an die Substanz gehen können.

Stressmanagement und Ausgleich

Viele Arbeitgeber bieten Kurse und Fortbildungen zum Stress- und Zeitmanagement in medizinischen Berufen an – nutze dieses Angebot! In den Kursen werden dir hilfreiche Tipps und Strategien mit auf den Weg gegeben, mit denen du im Arbeitsalltag und in der Freizeit mit Stress und hohen Anforderungen besser umgehen kannst. Auch ein regelmäßiger Ausgleich von den Schichten im Krankenhaus ist wichtig. Such dir ein Hobby und betreibe regelmäßig Sport, das entspannt und macht den Kopf frei.

Ob und wann du dafür Zeit findest, ist allerdings eine Frage des Dienstplans – nach einer anstrengenden Nachtschicht findet kaum jemand noch die Zeit und Muße, Sport zu treiben. Auch aus diesem Grund ist es wichtig, den Schichtplan schon im Vorstellungsgespräch anzusprechen.

Rat und Hilfe

Wenn du das Gefühl hast, mit dem Druck und Stress des Arbeitsalltags nicht zurechtzukommen, kannst du dich in den meisten Kliniken an einen erfahrenen Mentor wenden. Das sind häufig bereits erfahrene Assistenzärzte oder Oberärzte, welche die Belastungen, denen junge Ärzte ausgesetzt sind, aus eigener Erfahrung kennen. Sie können dir hilfreiche Strategien mit auf den Weg geben, wie der Druck besser auszuhalten ist und wie du deine Work-Life-Balance halten kannst. Mitunter kann auch der Betriebsarzt weiterhelfen und dir Adressen und Ansprechpartner für eine weiterführende Beratung nennen.

Mehr Informationen darüber, wie du deinen Kopf beim Berufsstart frei bekommst, findest du hier!

Quelle: Thomas Becker, Personalleiter und Personal-Coach