Überblick: Weiterbildung Psychiatrie und Psychotherapie

Wenn man sich für eine Facharzt-Weiterbildung entscheidet, gibt es viele Möglichkeiten. In der Serie "Überblick" stellen wir die einzelnen Fachgebiete und ihre Weiterbildungsmodalitäten vor. Dieses Mal im Fokus: die Psychiatrie und Psychotherapie.

Arzt-Patienten-Gespräch Psychologie

Ein wichtiger Therapiebaustein der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung ist das psychotherapeutische Gespräch. | pressmaster - Fotolia

Aufgrund von hoher Belastung und viel Stress hat die Prävalenz von psychischen Erkrankungen in den vergangenen Jahren zugenommen. In Deutschland sind in jedem Jahr fast 28 Prozent der erwachsenen Bevölkerung betroffen, das sind mehr als 17 Millionen Menschen. Von den Menschen mit einer schweren Depression erhalten nur 26 Prozent eine angemessene Behandlung.

Die häufigsten Erkrankungen

  • Angststörungen (15,4 Prozent)
  • Affektive Störungen (9,8 Prozent)
  • Störungen durch Alkohol- oder Medikamentenkonsum (5,7 Prozent)

Mit diesen Prävalenz-Zahlen gehören psychische Erkrankungen in Deutschland neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bösartigen Neubildungen und muskuloskelettalen Erkrankungen zu den vier häufigsten Ursachen für den Verlust gesunder Lebensjahre. Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung haben Menschen mit psychischen Erkrankungen eine um zehn Jahre verringerte Lebenserwartung.

Ein essenzieller Therapiebaustein der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung ist das psychotherapeutische Gespräch – das gilt sowohl für die stationäre als auch für die Behandlung in der Niederlassung. Ein weiteres "Werkzeug" der Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie sind psychosoziale Interventionen, das sind etwa die Vermittlung von Informationen über die Erkrankung und zur Krankheitsbewältigung (Psychoedukation), das Training alltagsrelevanter oder sozialer Fertigkeiten oder der Einbezug von Angehörigen.

Ebenfalls eine wichtige Rolle spielt die medikamentöse Therapie. Psychopharmaka stehen an vierter Stelle der verordnungsstärksten Medikamentengruppen (Antidepressiva, Neuroleptika, Tranquillantien). Bei schweren psychischen Störungen kann das biologische Verfahren "Elektrokonvulsionstherapie" eingesetzt werden – insbesondere dann, wenn andere Therapieversuche zu keiner ausreichenden Besserung geführt haben.

Zahlen und Fakten

  • 13.462 Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie bzw. Nervenheilkunde arbeiten in Deutschland
  • 5.969 sind ambulant, 6.198 stationär tätig
  • 67 Prozent dieser Fachärzte sind älter als 50 Jahre
  • Der Anteil weiblicher Fachärzte beträgt 47 Prozent