Überblick: Weiterbildung Innere Medizin

Die Dauer der Weiterbildung

36 Monate in der stationären Basisweiterbildung im Gebiet Innere Medizin bei einem Befugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1.

Der Inhalt der Weiterbildung

Die Weiterbildung Innere Medizin sieht den Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

  • der Gesundheitsberatung, der Früherkennung von Gesundheitsstörungen einschließlich Gewalt- und Suchtprävention, der Prävention, der Einleitung und Durchführung rehabilitativer Maßnahmen sowie der Nachsorge
  • der Erkennung und Behandlung von nichtinfektiösen, infektiösen, toxischen und neoplastischen sowie von allergischen, immunologischen, metabolischen, ernährungsabhängigen und degenerativen Erkrankungen auch unter Berücksichtigung der Besonderheiten dieser Erkrankungen im höheren Lebensalter
  • den Grundlagen der gebietsbezogenen Tumortherapie
  • der Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
  • der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laboruntersuchungen und Einordnung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild
  • geriatrischen Syndromen und Krankheitsfolgen im Alter einschließlich der Pharmakotherapie im Alter
  • psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen und psychosozialen Zusammenhängen einschließlich der Krisenintervention sowie der Grundzüge der Beratung und Führung Suchtkranker
  • Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen
  • ernährungsbedingten Gesundheitsstörungen einschließlich diätetischer Behandlung sowie Beratung und Schulung
  • Durchführung und Dokumentation von Diabetikerbehandlungen
  • den Grundlagen hereditärer Krankheitsbilder einschließlich der Indikationsstellung für eine humangenetische Beratung
  • der Indikationsstellung und Überwachung physikalischer Therapiemaßnahmen
  • der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie
  • der Erkennung und Behandlung akuter Notfälle einschließlich lebensrettender Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen und Wiederbelebung
  • der Bewertung der Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit, der Arbeitsfähigkeit, der Berufs- und Erwerbsfähigkeit sowie der Pflegebedürftigkeit
  • der intensivmedizinischen Basisvorsorgung

vor.

Die definierten Untersuchungs- und Behandlungsverfahren sind

  • Elektrokardiogramm
  • Ergometrie
  • Langzeit-EKG
  • Langzeitblutdruckmessung
  • spirometrische Untersuchungen der Lungenfunktion
  • Ultraschalluntersuchungen des Abdomens und Retroperitoneums einschließlich Urogenitalorgane
  • Ultraschalluntersuchungen der Schilddrüse
  • Doppler-Sonographien der Extremitäten versorgenden und der extrakraniellen Hirn versorgenden Gefäße
  • Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich der Gewinnung von Untersuchungsmaterial
  • Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung
  • Proktoskopie

Nachwuchsförderung durch die DGIM

Mit ihren rund 24.500 Mitgliedern gehört die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) e.V. heute zu den größten medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland. Mit verschiedenen, teils hoch dotierten, wissenschaftlichen Preisen und Stipendien schafft die Fachgesellschaft Anreize für den wissenschaftlichen Nachwuchs, sich in der Inneren Medizin und insbesondere in der internistischen Forschung zu engagieren. Im Rahmen des Internistenkongresses (14. bis 17. April 2018 in Mannheim) verleiht sie für herausragende wissenschaftliche Arbeiten junger Mediziner aus allen internistischen Schwerpunkten den Young Investigator Award und Preise für wissenschaftliche Poster. Die Posterausstellung ist zentraler Bestandteil des Kongresses. Jedes Jahr reichen junge Bewerber hier mehrere hundert wissenschaftliche Arbeiten ein. Die zwölf besten Poster belohnt sie mit jeweils 1000 Euro sowie mit verschiedenen Abonnements und Buchgutscheinen.

Zur Förderung des Nachwuchses in der Forschung verleiht die DGIM weitere hoch ausgestattete Wissenschaftspreise: Der „Theodor-Frerichs-Preis“ geht an Forscher unter 40 Jahren, die eine herausragende klinisch-experimentelle Arbeit vorgelegt haben. Er ist mit 30.000 Euro dotiert. Mit dem „Präventionspreis“ würdigt die DGIM exzellente Publikationen über Themen der Primär- und Sekundär-Prävention innerer Erkrankungen. Dieser Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Der "Young Investigator Award richtet sich speziell an den wissenschaftlichen Nachwuchs bis 35 Jahren. Mit einem wissenschaftlichen Abstract bewirbt man sich hier für den 1. Preis, der mit 3.000 Euro dotiert ist und auf dem Internistenkongress verliehen wird. Neu ins Leben gerufen hat die DGIM zudem die Förderakademie, die junge Ärzte auf Leitungspositionen und wissenschaftliches Arbeiten vorbereitet.

Planung und Gestaltung der beruflichen Karriere

Die Jahrestagung der DGIM bietet jungen Ärzten außerdem eine bedeutende Plattform für die Planung und Gestaltung ihrer beruflichen Karriere. In einem Forum für junge Mediziner – Chances – geben Experten Informationen zu Berufsstart, Karriereplanung und Facharztweiterbildung – aber auch zu alternativen Berufsfeldern. Auch mit einem ermäßigten Mitgliedsbeitrag unterstützt die DGIM den medizinischen Nachwuchs. Durch Stipendien für die Teilnahme an der European School for Internal Medicine (ESIM) ermöglicht die DGIM zudem Forschungskontakte ins Ausland: Die Young Internists (YI) aus ganz Europa kommen hier zusammen, um aktuelle Themen aus der Inneren Medizin zu bearbeiten. Im Rahmen der European Federation of Internal Medicine (EFIM) bringen sie ihre Ideen ein und vertreten die Interessen der Nachwuchsinternisten.

Dr. Müller-Marbach hat innerhalb der DGIM als eigenständige Gruppe die „Jungen Internisten der DGIM“ etabliert, deren Sprecher er war. Aktueller Sprecher der "Jungen Internisten" ist Dr. med. Matthias Raspe. Die Gruppe organisierte in 2015 erstmals den „Tag der Jungen Internisten der DGIM“ auf dem Internistenkongress.

Quellen: Menelaou, Ourania: Weiterbildung im Gebiet Innere Medizin, 2. überarbeitete und aktualisierte Auflage, Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) e.V., 2012 und Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer, 2015.

Die Richtlinien der Weiterbildungsordnung können ganz schön verwirrend sein. Wie lange dauert die jeweilige Weiterbildung? Welche Inhalte gibt es? Welche Anlaufstellen kann man bei Fragen kontaktieren? Alle Antworten finden Sie hier.