Überblick: Weiterbildung Innere Medizin

Wenn man sich für eine Facharzt-Weiterbildung entscheiden muss, gibt es viele Möglichkeiten. In der Serie "Überblick" stellen wir die einzelnen Fachgebiete und ihre Weiterbildungsmodalitäten vor. Dieses Mal im Fokus: die Innere Medizin.

Weiterbildung Innere Medizin

In der Inneren Medizin gibt es neun verschiedene Facharztspezialisierungen. | Infinity/ Fotolia

Die Innere Medizin ist die Kerndisziplin, die für die Behandlung erwachsener Menschen mit einer oder mehreren komplexen akuten oder chronischen Erkrankungen sowohl innerhalb als auch außerhalb des Krankenhauses verantwortlich ist. Sie ist patientenorientiert, wissenschaftlich begründet und ethischen und ganzheitlichen Prinzipien der Versorgung verpflichtet.

Die Innere Medizin ist eine klinische und eine wissenschaftliche Disziplin, die medizinische Erkenntnisse, Methoden und Fertigkeiten entwickelt und verbreitet. Sie nutzt die Erkenntnisse anderer medizinischer Fachgebiete und integriert diese in ihre eigenen Strategien für die Diagnostik und die Behandlung individueller Patienten.

Neben den Problemen durch Mehrfacherkrankungen und durch schwierige oder komplexe Diagnosen, stellen auch Prävention, Therapie akuter und chronischer Erkrankungen sowie die palliative Betreuung, spezielle Betätigungsfelder der Inneren Medizin dar.

Internisten sind in der Lage, ihr theoretisches Wissen auf die Behandlung der Patienten zu übertragen. Sie stellen sich den Herausforderungen wechselnder Standards für die Entscheidungsfindung, der Qualitätsverbesserung, notwendiger Sicherheitsvorkehrungen und integrierter Versorgungssysteme.

Diese 9 Facharzttitel gibt es in der Inneren Medizin

Während in vielen Gebieten die Bezeichnung von Gebiet und Facharztkompetenz (Facharzttitel) identisch ist, umfasst das Gebiet 13 "Innere Medizin" der aktuellen Musterweiterbildungsordnung (MWBO) der Bundesärztekammer (BÄK) neun verschiedene Facharztkompetenzen:

  • 13.1 Facharzt/ Fachärztin für Innere Medizin
  • 13.2 Facharzt/ Fachärztin für Innere Medizin und Angiologie
  • 13.3 Facharzt/ Fachärztin für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie
  • 13.4 Facharzt/ Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie
  • 13.5 Facharzt/ Fachärztin für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie
  • 13.6 Facharzt/ Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie
  • 13.7 Facharzt/ Fachärztin für Innere Medizin und Nephrologie
  • 13.8 Facharzt/ Fachärztin für Innere Medizin und Pneumologie
  • 13.9 Facharzt/ Fachärztin für Innere Medizin Rheumatologie

Die Spezialisierung im Gebiet Innere Medizin (13.1 bis 13.9) erfolgt ergänzend zur gemeinsamen Basisweiterbildung und stellt jeweils eine eigene Facharztkompetenz dar. Dabei können durchaus auch zwei oder mehr Facharzttitel in diesem Gebiet erworben werden, wobei die Gesamtweiterbildungszeit für den Erwerb von zwei Facharztkompetenzen im Gebiet mindestens acht Jahre beträgt.

Die Anerkennung mit der spezialisierten Facharztkompetenz erhält man bei Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte und -zeiten und dem Nachweis der erforderlichen fachlichen Kompetenz in einer Prüfung vor der Ärztekammer (ÄK).

Pflichten des Weiterzubildenden

Der in Weiterbildung befindliche Arzt hat die Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte zu dokumentieren. Zur Vereinfachung der Dokumentation wurden von den ÄK für jeden Fachgebiet (Muster-)Logbücher erstellt.

Der in Weiterbildung befindliche Arzt hat das Recht, mindestens einmal jährlich oder nach Abschluss eines Weiterbildungsabschnitts mit dem Weiterbildungsbefugten ein Gespräch zu führen, in welchem der Stand der WB von beiden beurteilt und bestehende Defizite und Stärken vom Befugten aufgezeigt werden. Durch das persönliche Gespräch wird auch für große Abteilungen gewährleistet, dass sich der Weiterbilder mit den Berufszielen des in der Weiterbildung befindlichen Arztes konkret befassen muss. Da es sich um ein arbeitsrechtlich relevantes Personalgespräch handelt, wird die vertrauliche Form eines Vieraugengesprächs empfohlen. Eine entsprechende Mindestdauer des Gesprächs wird vorausgesetzt.

junger Arzt

Im Logbuch wird alles dokumentiert, was man als Arzt in Weiterbildung gelernt hat. Es muss zwingend bei der Anmeldung zur Prüfung der Weiterbildung vorgelegt werden. Deshalb erspart man sich Arbeit und Stress, wenn man sich seine Leistungen regelmäßig eintragen lässt.

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Der Inhalt des Gesprächs ist zu dokumentieren in Form eines Gesprächsprotokolls (unterschrieben vom Weiterbilder und Weiterzubildenden) und dem Antrag auf Zulassung zur Prüfung vor der ÄK beizufügen. Alle Unterlagen (Leistungsbeschreibungen, Dokumentationsbögen und Zeugnisse) sind vom Befugten persönlich zu unterzeichnen. Bei normal verlaufender WB reicht die Dokumentation der jährlichen Personalgespräche im Weiterbildungslogbuch des Weiterzubildenden für die Anmeldung zur Facharztprüfung aus. Bei Auffälligkeiten oder Beschwerden werden jedoch auch detaillierte Protokolle angefordert. Im Weiterbildungslogbuch sollen neben den jährlichen Personalgesprächen auch die vermittelten Kenntnisse und Fertigkeiten dokumentiert sein, wobei ein Fortschritt im Verlauf der WB zu erkennen sein sollte. Die Weiterbildungslogbücher können von der Homepage der jeweiligen Ärztekammer (ÄK) heruntergeladen werden.

Über die Zulassung zur Prüfung entscheidet die ÄK. Die Zulassung wird erteilt, wenn die Erfüllung der zeitlichen und inhaltlichen Anforderungen durch Nachweise einschließlich der Dokumentation nach §8 (2) der MWBO belegt ist.

Basisweiterbildung aller Facharztkompetenzen

Das Gebiet Innere Medizin umfasst die Vorbeugung, (Früh-)Erkennung, konservative und interventionelle Behandlung sowie Rehabilitation und Nachsorge der Gesundheitsstörungen und Erkrankungen der Atmungsorgane, des Herzens und Kreislaufs, der Verdauungsorgane, der Nieren und ableitenden Harnwege, des Blutes und der blutbildenden Organe, des Gefäßsystems, des Stoffwechsels und der inneren Sekretion, des Immunsystems, des Stütz- und Bindegewebes, der Infektionskrankheiten und Vergiftungen sowie der soliden Tumore und der hämatologischen Neoplasien. Das Gebiet umfasst auch die Gesundheitsförderung und die Betreuung unter Berücksichtigung der somatischen, psychischen und sozialen Wechselwirkungen und die interdisziplinäre Koordination der an der gesundheitlichen Betreuung beteiligten Personen und Institutionen.

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