Überblick: Weiterbildung Gefäßchirurgie

In diesem Artikel stellen wir die verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten in der Gefäßchirurgie vor. Welche Fertigkeiten werden erlernt, wie lange dauert die Spezialisierung und welche Untersuchungs- und Behandlungsverfahren sind Gegenstand der Weiterbildung?

Teil 2: Gefäßchirurgie

Teil 2 unserer Reihe: Gefäßchirurgie | Foto: Tomasz Zajda/Fotolia.com

Die Aufgaben der Gefäßchirurgie beinhalten die operative Behandlung erkrankter Blutgefäße (z.B. Fehlbildung, Arterienverkalkung und Venenleiden) und das Anlegen von Gefäßbypässen oder Protheseneinlagen nach Unfällen. Der Gefäßchirurg legt große Rohrprothesen für die Hauptschlagadern in Brust und Bauch, aber auch kleinste Bypässe am Fuß.

Neben diesen operativen Eingriffen muss der Gefäßchirurg auch in der Lage sein, den Zustand von Gefäßen zu beurteilen und zu diagnostizieren. Hierzu erlernt er instrumentelle Untersuchungsmethoden. Höchste Präzision und feinste Nahttechniken zeichnen ihn dabei ebenso aus, wie eine exakte Indikationsstellung.

Fakten zur Weiterbildung

Die Dauer der Weiterbildung

Die Weiterbildungszeit in der Gefäßchirurgie beträgt 72 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte, davon

  • 24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Chirurgie
  • 48 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Gefäßchirurgie (davon sind bis zu 12 Monate in einer der anderen Facharztweiterbildungen des Gebietes Chirurgie oder 6 Monate in Anästhesiologie, Innere Medizin und Angiologie oder Radiologie möglich. Außerdem können bis zu 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.)

Werden im Gebiet Chirurgie zwei Facharztkompetenzen erworben, so beträgt die gesamte Weiterbildungszeit mindestens neun Jahre.

Die Inhalte der Weiterbildung

Die Weiterbildung Gefäßchirurgie sieht den Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

  • der Vorbeugung, Erkennung und Nachbehandlung von Erkrankungen, Verletzungen, Infektionen und Fehlbildungen des Gefäßsystems einschließlich der Rehabilitation
  • der Indikationsstellung zur operativen, interventionellen und konservativen Behandlung einschließlich der Risikoeinschätzung und prognostischen Beurteilung
  • der operativen Behandlung einschließlich hyperämisierender, resezierender und rekonstruktiver Eingriffe und konservativen Maßnahmen am Gefäßsystem
  • instrumentellen Untersuchungsverfahren einschließlich der Durchblutungsmessung und Erhebung eines angiologischen Befundes zur Operationsvorbereitung und -nachsorge
  • der Erhebung einer intraoperativen radiologischen Befundkontrolle unter Berücksichtigung des Strahlenschutzes

vor.

Die definierten Untersuchungs- und Behandlungsverfahren sind

  • intraoperative angiographische Untersuchungen
  • Doppler-/ Duplex-Untersuchungen der Extremitäten-versorgenden Gefäße, abdominellen und retroperitonealen Gefäße, extrakraniellen hinzuführenden Gefäße
  • hämodynamische Untersuchungen an Venen
  • rekonstruktive Operationen an supraaortalen Arterien, an aortalen, liakalen, viszeralen und thorakalen Gefäßen, im femoro-poplitealen, brachialen und cruro-pedalen Abschnitt
  • endovaskuläre Eingriffe
  • Anlage von Dialyse-Shunts, Port-Implantationen
  • Operationen am Venensystem
  • Grenzzonenamputationen, Ulkusversorgungen

Quellen: Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC), www.chirurg-werden.de und Musterweiterbildungsordnung 2013 der Bundesärztekammer

Die Richtlinien der Weiterbildungsordnung können ganz schön verwirrend sein. Wie lange dauert die jeweilige Weiterbildung? Welche Inhalte gibt es? Welche Anlaufstellen kann man bei Fragen kontaktieren? Alle Antworten finden Sie hier.