Überblick: Weiterbildung Dermatologie

Welche Inhalte umfasst die Weiterbildung zum Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten? Und wie lange dauert die Spezialisierung? In der Überblicksreihe stellen wir die einzelnen Fachgebiete und ihre Weiterbildungsmodalitäten vor.

Dermatologie

Auch Hautkrebs diagnostizieren Dermatologen. | bertys30/Fotolia

Dermatologen befassen sich mit der Behandlung, der Nachsorge und der Rehabilitation von Haut- und Geschlechtskrankheiten. Hierzu zählen ebenso Erkrankungen, die durch Immunreaktionen, Allergene und Pseudoallergene ausgelöst wurden. Auch Spezialgebiete der modernen Dermatologie sind Bestandteil dieser Weiterbildung, wie u.a. die Behandlung von Hauttumoren (Dermatoonkologie), die Behandlung von Erkrankungen der Übergangsschleimhäute und Hautanhangsgebilde (z.B. Trichologie) und die Behandlung von sexuell übertragbaren Krankheiten (Venerologie). 

Vertreten werden in Deutschland tätige Dermatologen vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD). Seit 2013 gibt es mit dem Verband AG JuDerm - Junge Dermatologen einen Ableger für Studenten und Dermatologen in Weiterbildung. Die Deutsche Dermatologische Akademie (DDA) und die Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V. (DDG) sind wissenschaftliche Anlaufstellen für Dermatologen. 

Niedergelassene Dermatologen verdienen in Deutschland vergleichsweise gut, allerdings ist die Erstausstattung der Praxis mit hohen Investitionen in moderne Geräte verbunden. Und wie sieht es mit dem Faktor Zufriedenheit aus? In dem US-amerikanischen Medscape Lifestyle Report wurden 14.000 Ärzte aus über 30 Fachrichtungen gefragt, wie glücklich sie zu Hause und bei der Arbeit sind. Dermatologen waren am drittglücklichsten. Nur Augenärzte und Urologen waren zufriedener.

Fakten zur Weiterbildung

Dauer der Weiterbildung

Die Weiterbildungszeit im Gebiet Haut- und Geschlechtskrankheiten beträgt 60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte, davon können bis zu 30 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.

Inhalte der Weiterbildung

Die Weiterbildung sieht den Erwerb von folgenden Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten vor:

  • der Gesundheitsberatung, (Früh-)Erkennung, konservativen und operativen Behandlung und Rehabilitation der Haut, Unterhaut und deren Gefäße, der Hautanhangsgebilde und hautnahen Schleimhäute einschließlich der gebietsbezogenen immunologischen Krankheitsbilder
  • der Vorbeugung, Erkennung, operativen Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation von Tumoren des Hautorgans und der hautnahen Schleimhäute einschließlich den Grundlagen der gebietsbezogenen Tumortherapie
  • der Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
  • der psychogenen Symptome, somatopsychischen Reaktionen und psychosozialen Zusammenhängen
  • der Erkennung und Behandlung gebietsbezogener allergischer und pseudoallergischer Erkrankungen
  • der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung sexuell übertragbarer Infektionen und Infestationen an Haut und hautnahen Schleimhäuten und Geschlechtsorganen
  • der Erkennung andrologischer Störungen und Indikationsstellung zur weiterführenden Behandlung
  • der Erkennung und Behandlung der gebietsbezogenen epifaszialen Gefäßerkrankungen einschließlich der chronisch venösen Insuffizienz, des Ulcus cruris und der peripheren lymphatischen Abflussstörungen
  • der Erkennung proktologischer Erkrankungen und Indikationsstellung zur weiterführenden Behandlung
  • der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie einschließlich topischer und systemischer Pharmaka und der Galenik von Dermatika
  • der Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und Rehabilitation berufsbedingter Dermatosen
  • den Grundlagen der Gewerbe- und Umweltdermatologie einschließlich der gebietsbezogenen Toxikologie
  • der Wundversorgung, Wundbehandlung und Verbandslehre
  • der Notfallbehandlung des anaphylaktischen Schocks
  • der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laboruntersuchungen und Einordnung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild
  • der Indikationsstellung und Überwachung physikalischer, balneologischer und klimatologischer Therapiemaßnahmen
  • der dermatologischen nichtionisierenden Strahlenbehandlung und Lasertherapie
  • der Indikationsstellung und Einordnung von Befunden gebietsbezogener histologischer und molekularbiologischer Untersuchungen
  • ernährungsbedingten Hautmanifestationen einschließlich diätetischer Behandlung
  • den Grundlagen hereditärer Krankheitsbilder einschließlich der Indikationsstellung für eine humangenetische Beratung 

Die definierten Untersuchungs- und Behandlungsverfahren sind:

  • unspezifische und allergenvermittelte Provokations- und Karenztests einschließlich epikutaner, kutaner und intrakutaner Tests sowie Erstellung eines Therapieplans
  • Hyposensibilisierung
  • operative Eingriffe (z.B. Exzision von Tumoren, Hauttransplantationen, phlebologische operative Eingriffe etc.)
  • Mitwirkung bei Eingriffen höherer Schwierigkeitsgrade
  • Sklerosierungstherapie oberflächlich gelegener Venen
  • Sonographie der Haut und hautnahen Lymphknoten einschließlich Doppler/Duplexsonographie peripherer Gefäße
  • dermoskopische Verfahren
  • phlebologische Funktionsuntersuchungen wie Verschlussplethysmographie, Lichtreflexrheographie
  • Photochemotherapie, Balneophototherapie und photodynamische Therapie
  • Punktions-und Katheterisierungstechniken
  • Lokal-, Tumeszenz-und Regionalanästhesien
  • Gestaltung von dermatologischen Rehabilitationsplänen
  • mykologische Untersuchungen einschließlich kultureller Verfahren und Erregerbestimmung
  • gebietsbezogene Diagnostik sexuell übertragbarer Krankheiten
  • Trichogramm 

Quellen: Musterweiterbildungsordnung 2015 der Bundesärztekammer