Rein in die eigene Praxis

Beim Operation Karriere-Kongress in Hamburg gab der niedergelassene HNO-Arzt Dr. Armin Mechkat einen Einblick in seinen Weg zur Niederlassung und Dr. Jochen Kriens, KV Hamburg, erklärte, wie die KV Ärzte auf diesem Weg unterstützt.

Dres. Mechkat und Kriens

Dr. Armin Mechkat (l.) und Dr. Jochen Kriens beim Operation Karriere-Kongress in Hamburg. | Michael Kottmeier

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) organisiert die ambulante vertragsärztliche und vertragspsychotherapeuthische Versorgung. Die Grundvoraussetzung für eine Zulassung ist die abgeschlossene Facharzt-Ausbildung. Je nach Region und Versorgungsstruktur muss man sich auf die Warteliste der KV setzen lassen, um zu gegebener Zeit die Chance zu erhalten, die eigene Praxis zu eröffnen. In einigen Regionen geschieht dies über Nachbesetzungsverfahren: Dies ist dann der Fall, wenn eine Zugangssperre auferlegt wurde, da in der jeweiligen Region bereits eine große Anzahl an Fachärzten in dem Bereich des "Bewerbers" vorhanden ist.

Laut Kriens müsse sich der Gründungswillige zunächst fragen, welcher "Niederlassungstyp" er ist. Mit Optionen wie angestellter Arzt, Praxisgemeinschaft, Einzelpraxis, Gemeinschaftspraxis gebe es sehr viele Möglichkeiten.

Die KV bietet angehenden Ärzten bereits während des Studiums eine Famulaturbörse, Taschengeld zur Famulatur und die Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin. Interessierte erhalten auch alle wichtigen Infos zur Niederlassung, wie den verschiedenen oben genannten Niederlassungsformen und einen individuellen Zeitplan.

Weiterbildung auch ambulant möglich

Dr. Armin Mechkat berichtete aus seiner Erfahrung; er hat die ein oder andere Famulatur bereits in Praxen absolviert und auch seine Weiterbildung teilweise ambulant gemacht. Die Einzelpraxis stellt für den HNO-Arzt die völlige Eigenständigkeit bei der Organisation dar. "Die ganze Praxis ist ein Ausdruck dessen, wie man arbeiten möchte", sagte Mechkat.

Die KV übernimmt die Abrechnung und steht den Medizinern bei Fragen immer zur Seite. "Patienten schätzen es im Gegensatz zu einer Klinik, dass es immer einen Ansprechpartner gibt, der die komplette Krankengeschichte und den Patienten persönlich gut kennt", sagte Mechkat.

Quelle: Dr. Jochen Kriens, Kassenärztliche Vereinigung Hamburg, Hamburg und Dr. med. Armin Mechkat. "Rein in die Praxis - Von Famulatur, über Weiterbildung bis hin zur eigenen Praxis". Operation Karriere-Kongress Hamburg, 16.06.2017.

Die Richtlinien der Weiterbildungsordnung können ganz schön verwirrend sein. Wie lange dauert die jeweilige Weiterbildung? Welche Inhalte gibt es? Welche Anlaufstellen kann man bei Fragen kontaktieren? Alle Antworten finden Sie hier.