Innere Medizin: Fachrichtung Hämatologie und Onkologie

Definiton: Hämatologie

Hämatologie ist die Lehre von der Physiologie, Pathophysiologie sowie den Krankheiten des Blutes sowie der blutbildenden Organe. Sie umfasst maligne Erkrankungen des Blutes, Bildungsstörungen des Knochenmarks, Blutveränderungen durch immunologische Prozesse, Störungen der Blutstillung (hämorrhagische Diathesen; Hämophilie) und Übergerinnbarkeit des Blutes (Thrombophilie). Die beiden letztgenannten Krankheitsgruppen werden auch unter dem Fachbegriff Hämostaseologie (Lehre der Blutgerinnung) subsumiert.

Die wichtigsten Blutkrankheiten sind die akute und chronische Leukämie (Blutkrebs), bösartige Veränderungen der Lymphknoten, Anämie und Hämophilie.

Weiterbildungsordnung

Ziel der Weiterbildung ist die Erlangung der Facharztkompetenz Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und Weiterbildungsinhalte einschließlich der Inhalte der Basisweiterbildung.

Weiterbildungszeit:

72 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon

● 36 Monate in der stationären Basisweiterbildung im Gebiet Innere Medizin

● 36 Monate Weiterbildung in Hämatologie und Onkologie, davon

● 6 Monate internistische Intensivmedizin, die auch während der Basisweiterbildung abgeleistet werden können

● 6 Monate in einem hämatologisch-onkologischen Labor

– können bis zu 18 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden

Werden im Gebiet Innere Medizin 2 Facharztkompetenzen erworben, so beträgt die gesamte Weiterbildungszeit mindestens 8 Jahre.

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

  • den Inhalten der Basisweiterbildung
  • der Epidemiologie, Prophylaxe und Prognosebeurteilung maligner Erkrankungen
  • der Erkennung, Behandlung und Stadieneinteilung der Erkrankungen des Blutes, der blutbildenden Organe und des lymphatischen Systems einschließlich der hämatologischen Neoplasien, der soliden Tumoren, humoraler und zellulärer Immundefekte, angeborener und erworbener hämorrhagischer Diathesen und Hyperkoagulopathien sowie der systemischen chemotherapeutischen Behandlung
  • der Indikationsstellung, Methodik, Durchführung und Bewertung spezieller Laboruntersuchungen einschließlich Funktionsprüfungen des peripheren Blutes, des Knochenmarks, anderer Körperflüssigkeiten sowie zytologischer Feinnadelaspirate
  • hämostaseologischen Untersuchungen und Beratungen einschließlich der Beurteilung der Blutungsund Thromboemboliegefährdung
  • der zytostatischen, immunmodulatorischen, supportiven und palliativen Behandlung bei soliden Tumorerkrankungen und hämatologischen Neoplasien einschließlich der Hochdosistherapie sowie der Durchführung und Überwachung von zellulären und immunologischen Therapieverfahren
  • der Ernährungsberatung und Diätetik einschließlich enteraler und parenteraler Ernährung
  • der interdisziplinären Indikationsstellung zu chirurgischen, strahlentherapeutischen und nuklearmedizinischen Behandlungsverfahren sowie deren prognostischer Beurteilung
  • der intensivmedizinischen Basisversorgung

Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:

  • morphologische, zytochemische und immunologische Zelldifferenzierung und Zellzählung
  • hämatologisch-onkologische Labordiagnostik
  • mikroskopische Untersuchung eines Präparates nach differenzierender Färbung einschließlich des Ausstrichs, Tupf- und Quetschpräparates des Knochenmarks
  • koagulometrische, amidolytische und immunologische Analyseverfahren
  • Globalteste der Blutgerinnung und zur Kontrolle des Fibrinolysesystems sowie Einzelfaktorbestimmungen
  • sonographische Untersuchungen bei hämatologisch-onkologischen Erkrankungen
  • Durchführung von Punktionen von Pleura, Liquor, Lymphknoten, Haut, Knochenmark und Knochenmarkstanzen

 Quelle: MWBO 2003 – in der Fassung vom 28.06.2013

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