Elterngeld für Ärztinnen und Ärzte

Wie alle anderen Mütter und Väter können auch Ärztinnen und Ärzte in Deutschland Elterngeld beantragen. Durch die gute Vergütung während der Weiterbildung kann oft sogar schon während der Assistenzzeit der Höchstsatz von 1800 Euro monatlich in Anspruch genommen werden.

Elterngeld

Damit man dem Nachwuchs in der Zeit nach der Geburt seine volle Aufmerksamkeit schenken kann, gibt es das Elterngeld. | mickey/Fotolia

Als Vater oder Mutter eines neugeborenen Kindes kann man ab der Geburt bis zu drei Jahre in Elternzeit gehen. In dieser Zeit bekommt man Elterngeld ausgezahlt, das zwischen 100 Prozent und 65 Prozent des vorherigen Nettoverdiensts liegt, aber maximal 1800 Euro beträgt. Voraussetzung für die Zahlung des Elterngeldes ist, dass man während der Elternzeit mit dem Kind zusammenlebt und sich um dessen Erziehung kümmert. Spätestens sieben Wochen vor Beginn der Auszahlung muss der Antrag auf Elternzeit beim Arbeitgeber eingegangen sein. Selbstverständlich kann nicht nur die Mutter, sondern auch der Vater in Elternzeit gehen. Maximal wird das Elterngeld in der Basisvariante über einen Zeitraum von 14 Monaten ausgezahlt, wobei ein Elternteil maximal 12 Monate Elterngeldzahlungen erhält. Die anderen zwei Monate müssen dann vom anderen Elternteil in Anspruch genommen werden (eine abweichende Regelung gibt es bei Alleinerziehenden).

ElterngeldPlus geeignet für Arbeit in Teilzeit

Seit dem 30. Juni 2015 ist das Elterngeldmodell mit der ElterngeldPlus-Regelung modifiziert worden. Dank dieser neuen Regelung kann man einer Beschäftigung in Teilzeit (bis zu 30 Stunden/Woche) nachgehen. Man bekommt dann nur die Hälfte des Basiselterngeldes ausgezahlt, dafür ist der Auszahlungszeitraum doppelt so lang. Wenn beide Elternteile arbeiten möchten, kann das ElterngeldPlus auch gleichzeitig bezogen werden. Dann dürfen beide Elternteile bis zu 30 Wochenstunden arbeiten. 

Zur Verdeutlichung ein Beispiel: Eine Assistenzärztin verdient an einem kommunalen Krankenhaus im dritten Weiterbildungsjahr rund 4.600 Euro/brutto. Sie hat Glück und muss nur einen Bereitschaftsdienst pro Monat machen, für den sie nochmal 250 Euro/brutto ausgezahlt bekommt. Insgesamt hat sie also einen Bruttoverdienst von 4.850 Euro monatlich. Wieder angenommen, sie ist unverheiratet, hat keine Kinder, führt Kirchensteuer ab und ist der Steuerklasse 1 zugeordnet, dann beträgt ihr monatlicher Nettoverdienst rund 2.800 Euro. Vorausgesetzt diese Ärztin will BasisElterngeld beziehen, also 65 Prozent ihres Nettoeinkommens überwiesen bekommen, dann hätte sie ein Anrecht auf 1820 Euro. Trotz dieser eher ungünstigen Voraussetzungen einer schlechten Steuerklasse und nur eines Bereitschaftsdienstes läge ihr errechneter Anspruch also über der zulässigen Elterngeldhöchstgrenze von 1800 Euro monatlich. 

Weitere detaillierte Informationen zum Elterngeld und zur Elternzeit gibt es auf der Website des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Wie hoch ist das Gehalt eines Arztes? Was verdient ein Assistenzarzt während der Weiterbildung? Lohnt sich als Facharzt die Gründung einer Praxis? In dieser Rubrik gehts ums Geld.