DGCH: Chirurgisches Wissen ab 2016 digital verfügbar

Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) stellt ab Januar 2016 mit dem englischsprachigen Journal Innovative Surgical Sciences (ISS) chirurgisches Wissen digital frei zur Verfügung.

Die DGCH stellt ab 2016 das Journal Innovative Surgical Sciences frei verfügbar online. | Foto: kalim/fotolia

Die Online-Fachzeitschrift im Open Access-Format soll die digitale Vernetzung unter den verschiedenen Bereichen der Chirurgie vorantreiben und ist ein klares Statement pro frei verfügbarem Wissen in der Wissenschaft.

Die Fachgesellschaft kommt damit der gesellschaftlichen Forderung nach Transparenz nach. Mit innovativen Operationstechniken und der computergestützten OP-Planung ist der digitale Wandel bereits in der Chirurgie angekommen, nun soll das Internet auch für die Wissensvermittlung genutzt werden. Durch den freien Zugang sollen zukünftig sowohl Chirurgen als auch die interessierte Öffentlichkeit vom medizinischen Fortschritt profitieren – und das unkompliziert, ohne rechtliche und finanzielle Hürden. „Diesem Grundgedanken von Open Access möchten wir mit unserem neuen internationalen Journal Rechnung tragen“, erklärt Dr. med. Joachim Jähne, Past-Präsident der DGCH und Initiator des ISS.

Inhalt umfasst alle Fachbereiche

"Innovative Surgical Sciences" wird inhaltlich die komplette Bandbreite der Chirurgie bedienen. Zu verschiedenen Themen stehen Original- und Übersichtsarbeiten sowie Fallberichte aus Klinik und Forschung zur Verfügung. Zusätzlich zu Open Access werden die Arbeiten in Online-Archiven abgelegt und sind daher dauerhaft zugänglich.

Die qualitative Prüfung der Artikel im Online-Journal erfolgt genauso gewissenhaft wie bei Abdrucken in klassischen Printmedien. Zu diesem strikten Qualitätssicherungsprozess zählen ein Peer-Review-Verfahren, bei dem mindestens zwei ausgewiesene Experten die Einreichungen überprüfen. „Wir veröffentlichen diese Beurteilungen ebenfalls zeitgleich, um den Vorgang transparent zu machen“, betont Jähne. Die angefertigten Gutachten werden mit einer DOI-Nummer versehen und sind damit zitierfähig. Jähne: „Dies stellt auch im internationalen Vergleich ein Novum dar und ist ebenso wie die angestrebte kurze Publikationsfrist von 30 Tagen nach Einreichung der Arbeiten ein Alleinstellungsmerkmal.“

Modernes wissenschaftliches Publikationskonzept

Die neue Open Access-Zeitschrift gehört auch rechtlich der DGCH und bietet ihren Mitgliedern und Lesern sowie den Autoren ein modernes wissenschaftliches Publikationskonzept, sagt DGCH-Generalsekretär Prof. Dr. Hans-Joachim Meyer: „Ab sofort haben Chirurgen sämtlicher Disziplinen die Möglichkeit, sich an dem zukunftsweisenden Projekt zu beteiligen und sollten dies auch intensiv nutzen.“

Der Unterschied zu anderen Open Access-Journalen besteht darin, dass für die Autoren anfänglich keine Kosten entstehen. Die Redaktion soll ihre Arbeit zum 1. Januar 2016 aufnehmen und eine erste Ausgabe im Juli veröffentlichen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Chirurgie, Foto: Kalim/Fotolia