Umfrage: Chirurgische Weiterbildung in Deutschland

Die Ergebnisse der BDC-Assistentenumfrage 2014/15 des Berufsverbands der Deutscher Chirurgen (BDC) zeichnen ein Bild zur chirurgischen Weiterbildung in Deutschland.

Chirurgie Weiterbildung

Die BDC-Assistentenumfrage 2014/15 fühlt der chirurgischen Weiterbildung auf den Zahn. | Tomasz Zajda/Fotolia

Ergebnisse der BDC-Assistentenumfrage 2014/15

Die chirurgische Weiterbildung stellt die Basis für alle jungen Chirurginnen und Chirurgen dar. Neben persönlichen Merkmalen eines Weiterbildungsassistenten entscheidet sie maßgeblich über die zukünftige Versorgungsqualität derjenigen Generation, welche die Arbeit innovativ gestalten und qualitativ hochwertig fortführen soll. Die Güte der Weiterbildung ist ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Wahl einer Facharztweiterbildung und somit ein sog. Attraktivitätskriterium für oder wider einer kurativen bzw. nicht kurativen Laufbahn.

In den letzten Jahren wurde die Bedeutung der chirurgischen Weiterbildung für das Fach Chirurgie herausgearbeitet. Dennoch – so die Ergebnisse der Umfrage – scheint die Weiterbildung in vielen Krankenhäusern nicht zur Unternehmensstrategie zu zählen. Dies mag sehr verwundern, da gerade hier das Fundament zur Mitarbeiterbindung und zukünftigen Sicherung der ärztlichen Fachkräfte gelegt werden kann.

In einer veröffentlichten Studie in Zusammenarbeit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) mit dem Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR rechnet man im Jahre 2030 mit einer ärztlichen Fachkräftelücke von 106.000 Ärzten (pessimistisches Szenario). Für den Bereich der Chirurgie errechneten die Autoren eine Lücke von 23 % unbesetzter Facharztstellen. Diese Lücke wird man nicht durch Zuwanderung, Mobilisierung inländischen Erwerbstätigenpotentials oder Effizienzgewinne decken können.[1]

Umfragedesign

Auf der Grundlage der Umfragen 2004, 2007, 2009 und 2011 wurde eine leicht modifizierte Folgeumfrage entwickelt. Die Zielgruppe dieser Umfrage setzte sich aus Assistenten in Weiterbildung sowie „jungen Fachärzten“ zusammen, deren Facharztprüfung nicht länger als drei Jahre zurücklag. Die Fragebögen konnten anonym via Internet beantwortet werden. Für die Datensammlung und primäre Auswertung wurde ein angepasstes online-Umfrageportal eingesetzt. Die Auswertung erfolgte mit den Statistikfunktionen von Microsoft Excel.

Das Design der Umfrage war darauf angelegt, möglichst viele chirurgische Assistenten und Assistentinnen zu erreichen und dabei die volle Anonymität zu gewährleisten. Auf eine Nachfassaktion sowie eine Non-Responser-Analyse wurde deshalb verzichtet.

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