Überblick: Weiterbildung Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

Wenn man sich für eine Facharzt-Weiterbildung entscheidet, gibt es viele Möglichkeiten der Spezialisierung. In der Serie "Überblick" stellen wir die einzelnen Fachgebiete und ihre Weiterbildungsmodalitäten vor. Dieses Mal im Fokus: die Hals-Nasen-Ohrenheilkunde.

Ohr

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HNO ist die Abkürzung für das medizinische Fachgebiet der Hals-Nasen Ohrenheilkunde. Sie umfasst die Untersuchungsmethoden und Behandlungsmethoden im Kopfbereich. Dies beginnt mit sämtlichen Erkrankungen des Ohres einschließlich Ohrmuschel, Gehörgang, Mittelohr und Innenohr, aber auch des Hör- und Gleichgewichtsnervs.

Die Nase und die Nasennebenhöhlen, wie z.B. die Kieferhöhle sind der zweite Teil der Gebietsbezeichnung.
Der dritte Teil des Fachgebietes ist der Hals mit seinen Organen: Mund, Zunge, Gaumen, Mandeln, Kehlkopf, Stimmlippen, Lymphknoten, Schilddrüse und die Halswirbelsäule. Selbstverständlich schließt das Gebiet auch die Haut an Kopf und Hals mit ein.

Sinnesorgane im Fokus

Vor allem die Sinnesorgane des Hörens, Gleichgewichts, Schmeckens und Riechens, aber auch die zur Stimm- und Sprachbildung sowie zum Schlucken notwendigen Organe und Strukturen liegen im Zuständigkeitsbereich der HNO-Ärzte. Sie kümmern sich um vielfältige Funktionsstörungen im Bereich des Kopfes, Halses, im Kehlkopf und im Rachen sowie Erkrankungen im Bereich der oberen Atemwege. Allergische Erkrankungen sind ebenfalls Teilbereiche der HNO.

Im stationären Bereich liegt der Schwerpunkt allerdings auf der Chirurgie. Dabei treten mikrochirurgische Operationsverfahren immer mehr in den Vordergrund, insbesondere im Bereich der Mittel- und Innenohrchirurgie, der Nasen- und Nasennebenhöhlenchirurgie mittels Endoskopie und der Kehlkopfchirurgie. Plastisch chirurgische Eingriffe im Gesichtsbereich, bei Ohrmuschelfehlstellungen und Deformitäten der äußeren Nase gehören heute in der HNO-Heilkunde zu den etablierten Behandlungsmethoden, ebenso wie die Tumorchirurgie des Halses und der Mundhöhle.

Ziel der Weiterbildung im Gebiet Hals-Nasen-Ohrenheilkunde ist die Erlangung von Facharztkompetenzen 9.1 und 9.2 nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und Weiterbildungsinhalte.

Basisweiterbildung für die Facharztkompetenzen 9.1 und 9.2

Die Dauer der Basisweiterbildung beträgt 24 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs 1 Satz 1, davon können bis zu

  • 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden

Der Inhalt der Basisweiterbildung

Die Basisweiterbildung in der HNO sieht den Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in folgenden Bereichen vor:

  • Gesundheitsberatung, Vorbeugung, (Früh-)Erkennung und Behandlung von Erkrankungen des Gehör- und Gleichgewichtsorgans, der Hirnnerven, der Nase und Nasennebenhöhlen, der Tränen-Nasen-Wege, der Lippen, der Wange, der Zunge, des Zungengrunds, des Mundbodens und der Tonsillen, des Rachens, des Kehlkopfs, der Kopfspeicheldrüsen sowie der Oto- und Rhinobasis einschließlich des Lymphsystems sowie der Weichteile des Gesichtsschädels und des Halses
  • den Grundlagen der Indikationsstellung zur operativen und konservativen Behandlung einschließlich der Risikoeinschätzung und prognostischen Beurteilung
  • psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen und psychosozialen Zusammenhängen
  • den Grundlagen funktioneller Störungen der Halswirbelsäule und der Kiefergelenke
  • der Wundversorgung, Wundbehandlung und Verbandslehre
  • Untersuchungen der gebietsbezogenen Hirnnerven einschließlich Prüfung des Riech- und Schmeck-Sinnes
  • den Grundlagen der Diagnostik und Therapie von Schluck-, Stimm-, Sprech- und Sprachstörungen einschließlich Stroboskopie und Stimmfeldmessungen
  • der funktionellen Schlucktherapie einschließlich kompensatorischer Strategien und Hilfen zur Unterstützung des Essens und Trinkens sowie der Versorgung mit Trachealkanülen und oralen sowie nasalen Gastroduodenal-Sonden
  • Indikationsstellung für funktionelle und chirurgische Schluckrehabilitation
  • der Hör-Screening-Untersuchung
  • der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laboruntersuchungen und Einordnung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild
  • den Grundlagen hereditärer Krankheitsbilder einschließlich der Indikationsstellung für eine humangenetische Beratung
  • der Indikationsstellung und Überwachung physikalischer Therapiemaßnahmen
  • der Erkennung und Behandlung akuter Notfälle einschließlich lebensrettender Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen und Wiederbelebung sowie den Grundlagen der Beatmungstechnik und intensivmedizinischer Basismaßnahmen
  • der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie

Die definierten Untersuchungs- und Behandlungsverfahren sind

  • audiologische Untersuchungen, z. B. Tonschwellen-, Sprach- Hörfeldaudiometrie, elektrische Reaktionsaudiometrie (ERA), otoakustische Emissionen, Hörtests zur Diagnostik zentraler Hörstörungen sowie zur Hörgeräteversorgung einschließlich Anpassung und Überprüfung, Hörschwellenbestimmung, Impedanzmessungen mit Stapediusreflexmessung einschließlich Neugeborenen-Hör-Screening
  • neuro-otologische Untersuchungen, z. B. experimentelle Nystagmusprovokation, spinovestibuläre, vestibulospinale und zentrale Tests
  • Sprachtests
  • Ventilationsprüfungen, z. B. Rhinomanometrie, Spirometrie, Spirographie
  • mikroskopische und endoskopische Untersuchungen, z. B. Rhinoskopie, Sinuskopie, Nasopharyngoskopie, Laryngoskopie, Tracheoskopie, Oesophagoskopie
  • sonographische Untersuchungen der Gesichts- und Halsweichteile sowie der Nasennebenhöhlen und Doppler-/Duplex-Sonographien der extrakraniellen hirnversorgenden Gefäße
  • Lokal- und Regionalanästhesien
  • Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich der Gewinnung von Untersuchungsmaterial
  • Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung
  • Schluckuntersuchungen
  • Versorgung mit Trachealkanülen und oralen sowie nasalen Gastroduodenal-Sonden

 

Die Richtlinien der Weiterbildungsordnung können ganz schön verwirrend sein. Wie lange dauert die jeweilige Weiterbildung? Welche Inhalte gibt es? Welche Anlaufstellen kann man bei Fragen kontaktieren? Alle Antworten finden Sie hier.

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