Meine Dienstreise nach Russland

Nach reichlich Theorie im Studium endlich im Arbeitsalltag eintauchen - ein Traum für jeden Medizinstudenten – oder? Christiane Licht berichtet hier regelmäßig von ihren Erfahrungen als Ärztin im In- und Ausland. Teil 69: "Meine Dienstreise nach Russland".

Christiane Licht

Operation Karriere-Bloggerin Christiane Licht

Liebes Krankenhaus,

es ist an der Zeit ‚Sajonara‘ zu sagen und Japan zu verlassen. Das Work&Travel-Programm hier ist nach ungefähr drei Wochen beendet. Die nächste Station ist Vladivostok. Das ist eine relativ kleine Stadt, die nur zwei Flugstunden von Tokio entfernt ist. Dennoch ist sie für Russland eine sehr bedeutende Hafenstadt. Und die Namensgebung hat auch so einiges zu bieten. Auf Russisch bedeutet das Wort Vlad so etwas wie besiegen oder beherrschen (auch der typische russische Name Vladimir ist von dieser Wortwurzel abgeleitet). Vostok ist das Wort für Osten. Wie ich im Stadtmuseum gelernt habe, konnten die Russen ihre Vorrherrschaft über Japan und China (also von Russland aus gesehen ihre Herrschaft über den „Osten“) erst durch die Vertreibung der Chinesen aus der Stadt aufbauen. Daher auch die russische Namensgebung. Jetzt ist es aber interessant, dass die Stadt im Chinesischen so etwas wie ‚Seegurkenmarsch‘ bedeutet. Mit diesem Namen soll die Abneigung der aus der Stadt vertriebenen Chinesen nochmal verdeutlicht werden. Seegurken sollen zur damaligen Zeit sehr hässliche und schwache Tiere gewesen sein. Heutzutage sind die kleinen Tierchen eine schmackhafte Delikatesse in ganz Asien!

Aber das nur am Rande. ;)

Ich werde in dieser Stadt den nächsten Monat an der Uni verbringen. Dort arbeite ich in einer studentischen Ambulanz. Die Universität hat eine Art Übungsambulanz für ihre Studenten, in der die Patienten zunächst von uns aufgenommen und versorgt werden, bevor sie von einem Arzt behandelt werden. Natürlich ist das keine Notfallambulanz.

Ich bin schon sehr gespannt, wie meine Arbeit hier werden wird. Die Idee finde ich super. So kann man selbstständig das gelernte Wissen aus dem Studium praktisch anwenden. Ebenfalls lernt man im Anschluss beim Gespräch mit dem Arzt, wo man Fehler bei der Anamnese gemacht hat und was man noch besser machen kann.

Und morgen geht es dann schon mit meinem ersten Arbeitstag los. Ich freue mich!

Fräulein Licht hat in Münster Medizin studiert und schildert hier ihre erste Arbeitserfahrungen als Ärztin. Alle Blog-Inhalte beruhen auf den Erfahrungen von Christiane Licht und geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. 

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