„Innere Medizin und Infektiologie“ – neue Facharztausbildung gefordert

Eine italienische Studie hat nachgewiesen: Wenn die Ärzte der Intensivstation von einem „Sepsis-Team“ unterstützt werden, sterben weniger ältere Patienten an einer Blutvergiftung. Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) fordert deshalb die verstärkte Ausbildung von Infektiologen.

Etwa 60.000 Menschen pro Jahr sterben in Deutschland an einer Sepsis. Nach Ansicht von Experten für Infektionsmedizin sind viele dieser Todesfälle vermeidbar. | norman blue - Fotolia

Auch die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) unterstützt die Forderung nach einer eigenen Facharztausbildung. Denn Spezialisten für Infektionskrankheiten sind im deutschen Gesundheitssystem eigentlich nicht vorgesehen: In den meisten Krankenhäusern sind entsprechende Stellen gar nicht eingeplant. Ganz anders sieht es in Ländern wie Schweden oder den USA aus: Dort kommen auf eine Millionen Einwohner mehr als 20 auf Infektiologie spezialisierte Fachärzte – in Deutschland sind es nur sieben. Experten der DGI warnen: Dieser Zustand sei angesichts der wachsenden Bedrohung durch multiresistente Keime nicht hinnehmbar.

Seit 2016 fördert das Bundesgesundheitsministerium Weiterbildungen, mit denen Ärzte die Zusatzqualifikation „Infektiologe“ erwerben können. Das sei ein wichtiger Zwischenschritt, aber reiche nicht aus, um die Versorgungssituation in der Infektionsmedizin langfristig zu sichern, erklärte DGI-Präsident Prof. Dr. Gerd Fätkenheuer (Köln). Hierfür müsse die Infektiologie auf allen Ebenen deutlich gestärkt werden: Das betreffe das Studium, die ärztliche Fort- und Weiterbildung und die Etablierung einer eigenen Facharztausbildung.

Studie zeigt: „Sepsis-Team“ kann Leben retten

Die Studie wurde im Fachblatt „Clinical Infectious Diseases“ veröffentlicht. Sie basiert auf den Daten von insgesamt 382 Patienten, die mit schwerer Sepsis oder septischem Schock auf die Intensivstation kamen. Rund die Hälfte wurde ohne die Unterstützung eines infektiologisch spezialisierten Teams behandelt. Die andere Hälfte wurde wurde von einem „Sepsis-Team“ versorgt. Die Spezialisten waren schon eine Stunde nach der Einlieferung am Krankenbett. Dadurch reduzierte sich der Anteil der Patienten, die innerhalb von zwei Wochen verstarben, von 39 auf 29 Prozent. Die Infektiologen hatten häufiger zu Therapie-Standards wie z.B. dem Anlegen einer Blutkur zur Identifikation geeigneter Antibiotika, der Messung der Laktatwerte im Blut oder einer raschen Flüssigkeitstherapie gegriffen.

Quelle: idw - Informationsdienst Wissenschaft, www.idw-online.de, Literatur: Viale P et al, Infectious Diseases Team for the Early Management of Severe Sepsis and Septic Shock in the Emergency Department, Clin Infect Dis. 2017 Oct 15;65(8):1253-1259. doi: 10.1093/cid/cix548. Link: https://academic.oup.com/cid/article-abstract/65/8/1253/3866742?redirectedFrom=fulltext

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