Innere Medizin: Die "Mutter der konservativen Fachgebiete"

Über die Weiterbildung in der Inneren Medizin sprach Dr. med. Dietrich Rohde beim Operation Karriere-Kongress 2016 in Köln.

Dr. med. Dietrich Rohde

Was ist das Besondere an der Inneren Medizin? Dr. med. Dietrich Rohde gab Antworten. | Reinhart

Viele junge Menschen streben danach einen Beruf zu erlernen, der lebenslang zufriedenstellend ist, so der Internist Dr. Rohde, dies sei „ein ambitionierter Plan". In der Medizin gäbe es vielfältige Möglichkeiten der Spezialisierung nach der universitären Grundausbildung. „Die Medizin ist derartig differenziert, dass es schwierig ist, sich zurecht zu finden“, sagte Dr. med. Dietrich Rohde, pensionierter Internist und Pneumologe. Die Innere Medizin sieht Rohde als „Mutter“ der konservativen Gebiete.

Das liege daran, dass man die Basisweiterbildung Innere Medizin für viele weitere internistische Fächer benötigt: In der Allgemeinmedizin, der Kardiologie, der Pneumologie und der Gastroenterologie sind 3 Jahre Innere Medizin Voraussetzung. Rohde: „Die Innere Medizin ist die Grundlage dieser Fachrichtungen.“

Die jeweilige Landesärztekammer ist zuständig für die Weiterbildung und hat die Rechtskompetenz inne. Das Logbuch schreibt die Kenntnisse und Fähigkeiten vor, die der Assistenzarzt während seiner Weiterbildung erlernen und vertiefen muss. Mindestens einmal im Jahr soll es ein Feedback-Gespräch zum Fortschritt geben. „Nehmen Sie Ihre Weiterbilder in die Pflicht Ihnen behilflich zu sein!“, sagte Rohde.

Als sehr sinnvoll erachtet Rohde die sektorübergreifende Weiterbildung. Untersuchungen, die in der Praxis regelmäßig durchgeführt werden, aber in der Klinik gar nicht oder nicht mit ausreichendem Tiefgang gelehrt werden, delegiert die Uniklinik an Partnerpraxen. Beim "Modell Wuppertal", das Rohde als Beispiel und Pilotprojekt anführte, verbringen die Assistenzärzte ein halbes Jahr lang von Montag bis Donnerstag jeweils vier Stunden in der Praxis. Dadurch haben sie mehr Kontakt zu „echten Patienten“ und Inhalte wie beispielsweise die Allergiediagnostik werden in die Ausbildung eingebaut. „Die starre Grenze zwischen stationärer und ambulanter Versorgung soll gelockert werden – das ist auch gut für die Weiterbildung“, sagte Rohde.

Quelle: Dr. med. Dietrich Rohde: "Nachwuchs mit Spürsinn - Internistische Weiterbildung", Operation Karriere Kongress Köln, 26.11.2016.