Innere Medizin: Ärztliche Weiterbildung Nephrologie

Die Nephrologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin. Wer in diesem Bereich als Facharzt in Deutschland praktizieren möchte, muss eine mehrjährige Facharzt-Weiterbildung durchlaufen haben.

Die ärztliche Weiterbildung in der Nephrologie dauert insgesamt 72 Monate. | ©natali_mis - stock.adobe.com

Die Nephrologie (Nierenheilkunde) beschäftigt sich mit der Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Nierenerkrankungen. Auch die Durchführung aller extrakorporalen Blutreinigungsverfahren (Dialyse, Apherese, Immunadsorption) sowie die Betreuung von Patienten mit einer transplantierten Niere fallen in das Fachgebiet der Nephrologie.

Unter anderem gehören dazu:

  • Systemerkrankungen mit Nierenbeteiligung und / oder Bluthochdruck
  • Glomeruläre Erkrankungen, die nicht Teil einer systemischen Erkrankung sind
  • Tumorerkrankungen (Nierenzellkarzinom, Nierensarkom und Wilms-Tumor,...)
  • Stoffwechselstörungen (z.B. Gicht, Adipositas, Diabetes mellitus)
  • Infektionskrankheiten (Harnwegsinfekten, Hepatitis, Tuberkulose, Influenza,...)

Die Nephrologie ist ein vielseitiges Teilgebiet der inneren Medizin, das eng mit anderen Facharztdisziplinen verbunden ist - z.B. mit der Kardiologie, der Urologie oder der Intensivmedizin.

Wer sich als Nephrologe bezeichnen will, muss vorher eine entsprechende Facharzt-Weiterbildung abgeschlossen haben - denn der Begriff ist eine standesrechtlich geschützte Bezeichnung.

Laut Musterweiterbildungsordnung ist das Ziel der Weiterbildung die Erlangung der Facharztkompetenz Innere Medizin und Nephrologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und Weiterbildungsinhalte einschließlich der Inhalte der Basisweiterbildung.

Am 8. März ist Weltnierentag. Zu diesem Aktionstag haben wir mit Prof. Dr. Jan Galle, Direktor der Klinik für Nephrologie am Klinikum Lüdenscheid und Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN), darüber gesprochen, worauf es bei der Facharztausbildung zum Nephrologen ankommt und welches Thema beim diesjährigen Weltnierentag im Fokus steht.

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 Fakten zur Weiterbildung

Dauer der Weiterbildung:

72 Monate  bei  einem  Weiterbildungsbefugten  an  einer  Weiterbildungsstätte  gemäß  §  5  Abs.  1  Satz  1,  davon

  • 36 Monate in der stationären Basisweiterbildung im Gebiet Innere Medizin
  • 36 Monate Weiterbildung in Nephrologie,

davon 

  • 6 Monate internistische  Intensivmedizin,  die  auch  während  der  Basisweiterbildung abgeleistet werden können
  • 6 Monate in der Dialyse 
  • bis zu 18 Monate können im ambulanten Bereich abgeleistet werden

 

Inhalt der Weiterbildung:

Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten

  • in den Inhalten der Basisweiterbildung
  • der  Erkennung und konservativen Behandlung der akuten und chronischen Nieren- und renalen Hochdruckerkrankungen sowie deren Folgeerkrankungen
  • der Betreuung von Patienten mit Nierenersatztherapie
  • den Dialyseverfahren und analogen Verfahren bei akutem Nierenversagen und chronischer Niereninsuffizienz sowie bei gestörter Plasmaproteinzusammensetzung und Vergiftungen einschließlich extrakorporale Eliminationsverfahren und Peritonealdialyse
  • der Indikationsstellung und Mitwirkung bei Nierenbiopsien sowie Einordnung des Befundes in das Krankheitsbild
  • der Diagnostik und Therapie von Kollagenosen und Vaskulitiden mit Nierenbeteiligung in interdisziplinärer Zusammenarbeit
  • der Indikationsstellung zu nterventionellen Eingriffen bei Nierenarterienstenose und Störungen des Harnabflusses einschließlich Nierensteinen
  • der interdisziplinären Indikationsstellung nuklearmedizinischer Untersuchungen sowie chirurgischer  und strahlentherapeutischer Behandlungsverfahren einschließlich Nierentransplantation
  • der Betreuung von Patienten vor und nach Nierentransplantation
  • der Ernährungsberatung und Diätetik bei Nierenerkrankungen
  • der intensivmedizinischen Basisversorgung

Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:

  • Hämodialysen oder analoge Verfahren
  • Doppler-/Duplex-Untersuchungen der Nierengefäße einschließlich bei Transplantatnieren
  • Mikroskopien des Urins einschließlich Quantifizierung und Differenzierung der Zellen

Quelle: (Muster-)Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer 2015

Die Richtlinien der Weiterbildungsordnung können ganz schön verwirrend sein. Wie lange dauert die jeweilige Weiterbildung? Welche Inhalte gibt es? Welche Anlaufstellen kann man bei Fragen kontaktieren? Alle Antworten finden Sie hier.