Arbeitsmedizin: Präventionsarbeit im Betrieb

Trotz eventueller gesundheitlicher Einschränkungen soll die Leistung der Mitarbeiter eines Betriebes immer 100 Prozent betragen. Arbeitsmediziner versuchen, die Leistungsfähigkeit positiv zu beeinflussen.

Dr. Claus Groth

Arbeitsmediziner Dr. Claus Groth stellte das Spektrum seiner Arbeit vor. | Martin Reinhart

Ein Betriebsarzt arbeitet präventiv in einem Unternehmen. Die Gefährdungsbeurteilung, arbeitsmedizinische Vorsorge, das Initiieren und Prüfen arbeitsmedizinischer Präventionsprogramme und die Beratung aller im Arbeitsschutz Beteiligten zählten zu seinen Aufgaben, so Dr. Claus Groth, Facharzt für Arbeitsmedizin und Leiter der B.A.D-Zentren Bonn und Köln, B.A.D Gesundheitsvorsorgen und Sicherheitstechnik GmbH, Bonn, beim Operation Karriere-Kongress in Köln am 5. Dezember 2015.

Auch das Impfen der Mitarbeiter fiele beispielsweise in den Aufgabenbereich des Arbeitsmediziners. "Gerade im Gesundheitswesen ist die Impfungsrate der Mitarbeiter sehr schlecht", sagte Groth. Als großen Vorteil des Arbeitsmediziners im Vergleich zu einem niedergelassenen Arzt in der Praxis oder einem Krankenhausarzt sieht Groth die Beurteilung des Betroffenen am Arbeitsplatz, in seinem alltäglichen Umfeld.

Die individuelle Prävention

Arbeitsmediziner sorgen vor bei bzw. führen durch:

  • Hautbelastung, Lärmbelästigung
  • Kontakt mit Gefahrstoffen, krebserzeugenden Stoffen
  • Eignungsuntersuchungen wie Fahrerlaubnisverordnung (FeV) oder Flugtauglichkeit
  • Impfungen z.B. bei Kliniktätigkeit, Wald- und Forstarbeiten, internationalen Geschäftsreisen
  • Beratung und Begleitung bei Wiedereingliederung nach Krankheiten und Unfällen (positives/negatives Leistungsbild)

Die systemische Prävention

Zu den individuellen Leistungen kommen betriebsübergreifende Überlegungen zu den Themen Arbeitsschutz und Unfallverhütung. Hierzu zählt die Gestaltung und Prüfung von Betriebsanlagen, Arbeitsmitteln, Arbeitsverfahren und der persönlichen Schutzausrüstung.

"Ein Arbeitsmediziner ist ständig im Austausch mit allen Akteuren im Betrieb – dem Arbeitnehmer, dem Arbeitgeber, dem Betriebsrat und so weiter – es ist ein sehr kommunikativer Job", sagte Groth. "Wir bewegen uns in diesem Spannungsfeld zwischen verschiedenen Interessen und müssen eine klare Linie einhalten."

Quelle: Arbeitsmedizin – Eckpfeiler der Prävention, Dr. Claus Groth, Facharzt für Arbeitsmedizin, Leiter B.A.D-Zentren Bonn und Köln, B.A.D Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH, Bonn; Operation Karriere-Kongress Köln, 5. Dezember 2015.