Facharzt Dermatologie – zukunftssicher und abwechslungsreich

Die Ärztliche Weiterbildung in der Dermatologie fristet aktuell eher ein Nischendasein. Wer sich jedoch dafür entscheidet, Hautarzt zu werden, hat gute Zukunftsausschichten und Verdientsmöglichkeiten – sagt Dr. med. Uwe Schwichtenberg, Landesverbandsvorsitzender des Berufsverband der Deutschen Dermatologen.

Dr. Uwe Schwichtenberg

Dr. Uwe Schwichtenberg erklärte während seines Vortrags, in seinem Fachgebiet gebe es einen großen Bedarf an Nachwuchs. | DD

Die Zukunftsaussichten, so Schwichtenberg bei seinem Vortrag auf dem Operation Karriere Kongress 2016 in Hamburg „sind rosig“ – denn: über ein Drittel der niedergelassenen Dermatologen seien rund 60 Jahre alt und damit kurz vor dem Ruhestand. 

Sein Fach genieße eher das Dasein in der Nische, so Schwichtenberg und erklärt „Dermatologie ist weit mehr, als Cortison-Salben zu verschreiben. Die Dermatologie ist ein breit aufgestelltes Fach.“ 

Egal für welchen Schwerpunkt man sich entscheide, die Arbeit als Dermatologe gestalte sich immer abwechslungsreich. Der Patientenkontakt könne sich dabei sowohl kurz- als auch längerfristig gestalten. Dabei habe ein niedergelassener Hautarzt im Schnitt knapp 2.000 Patientenkontakte monatlich.

Vier Spezifizierungen

Schwichtenberg erklärte, es gebe vier Schwerpunkt-Spezifizierungen innerhalb seiner Fachdisziplin:

Konservativ – kurativ:

- Behandlung akuter Phänomene

- Behandlung allergischer Reaktionen

Operativ:

- Hautkrebs

- OPs am Nagel

- Venen

Ästhetisch-kosmetisch:

- Botox

- Ästhetische Operationen

Berufsgenossenschaftlich- gutachterisch:

- Erstellung sogenannter „Hautarztberichte“

 Viele Freiheiten

Ein weiterer Punkt, der es seiner Meinung nach attraktiv mache, sich für die Weiterbildung zum Facharzt für Dermatologie zu entscheiden, ist für Schwichtenberg die Tatsache, dass Dermatologen Arbeitsplatzfreiheit genießen.  Ob in Klinik oder Praxis, alles sei möglich. Ebenfalls gebe es geographische Freiheit:  über 60 Prozent der Ärzte wünschten sich einen Arbeitsplatz in einer mittelgroßen Stadt – genau dort seien die meisten Dermatologen zu finden.  Außerdem genieße man als Dermatologe Vertragsfreiheit: Ganz gleich ob Niederlassung in Einzel- oder Gemeinschaftspraxis, einer Praxisgemeinschaft oder als angestellter Arzt in einer Praxis, einer Klinik oder im MVZ. Alles sei möglich, so Schwichtenberg.

60 Monate Weiterbildungszeit

Die Weiterbildungszeit zum/zur Facharzt/Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten beträgt mindestens 60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können bis zu 30 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.


Quellen: Operation Karriere Kongress 2016 Hamburg, Vortrag „Mit Haut und Haar – Facharzt für Dermatologie“, Referent: Dr. med. Uwe Schwichtenberg, Landesverbandsvorsitzender des Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V., Bremen.; Musterprüfungsordnung Bundesärztekammer.