Ein boomender Sektor – Arzt in der Rehabilitation

Die Reha-Medizin ist ein boomender Sektor mit einem immer größeren Aufgabenspektrum bei gleichzeitig wachsendem Bedarf an Personal, so Dr. med. Jean-Jacques Glaesener, Chefarzt im Zentrum für Rehabilitationsmedizin im BG Klinikum Hamburg.

Dr. Glaesener

Dr. med. Jean-Jacques Glaesener, Chefarzt im Zentrum für Rehabilitationsmedizin im BG Klinikum Hamburg, während seines Vortrags bei Operation Karriere 2016 in Hamburg. | DD

„Der Bereich der Rehabilitationsmedizin ist ein boomender“, stellte Glaesener auf dem Operation Karriere Kongress 2016 in Hamburg fest. Gründe hierfür seien die immer größeren Erfolge in der Akutmedizin und den damit erhöhten Überlebenschancen nach schweren Unfällen oder lebensbedrohenden Ereignissen. So liege die Letalität bei Schwerverletzten heutzutage bei zehn Prozent. Die Sterbefälle nach einem Schlaganfall im Vergleich mit dem Jahr 1998 auf ein Drittel zurückgegangen.

„Wir haben viel mehr Menschen, die ein akutes Ereignis überleben, aber Folgen davontragen.“, fasste Glaesener die aktuelle Entwicklung zusammen. Der medizinische Fortschritt einerseits und die demographische Entwicklung andererseits führten zu einem Mehrbedarf an Reha-Medizin.

Zunehmende Bedeutung: Früh-Reha

Dabei sei die Zielsetzung der Rehabilitationsmedizin klar beschreiben: Aufgabe der Reha sei es, so Glaesener, eine Rückführung der Patienten in die Teilhabe. Dabei sei Rehabilitationsmedizin weit mehr als nur Reha-Klinik. Mehr und mehr gewinne die Früh-Reha an Bedeutung, so z.B. bei der Überführung von Patienten von der Intensiv- hin zur Rehabilitationsfähigkeit.

Ebenfalls ein wachsender Bereich: die ambulante Reha, etwa in der Sportmedizin. Hierbei rücke der Bereich der konservativen Orthopädie immer näher an die Reha.

Zum Ende seines Vortrags wies Glaesener noch darauf hin, dass es für Fachärzte in der Reha-Medizin rund 1.300 Kliniken gebe, die teilweise „an den schönsten Orten Deutschlands“ lägen.  Somit gebe es ein großes Angebot an Arbeitsmöglichkeiten für angehende Fachärzte in diesem Bereich.

 

Facharzt/Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin

Weiterbildungsziel:

Ziel der Weiterbildung im Gebiet Physikalische und Rehabilitative Medizin ist die Erlangung der

Facharztkompetenz nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und

Weiterbildungsinhalte.

Weiterbildungszeit:

60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1,

davon

● 12 Monate in der stationären Patientenversorgung im Gebiet Chirurgie und/oder in Frauenheilkunde

und Geburtshilfe, Neurochirurgie und/oder Urologie

● 12 Monate in der stationären Patientenversorgung im Gebiet Innere Medizin und/oder in

Allgemeinmedizin, Anästhesiologie, Kinder- und Jugendmedizin und/oder Neurologie

– können bis zu 24 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden 

 

Quellen: „Ein boomender Sektor – Arzt in der Rehabilitation“, Vortrag von Dr. med. Jean-Jacques Glaesener, Chefarzt im Zentrum für Rehabilitationsmedizin, BG Klinikum Hamburg, Operation Karriere Kongress 2016, Hamburg; Musterweiterbildungsordnung Bundesärztekammer.