Bin ich als Assistenzarzt Burn-out gefährdet?

Ärzte wissen, wie sie anderen helfen oder vor Leid bewahren können. Dabei vergessen viele in der täglichen Praxis auf sich selbst Acht zu geben. Besonders Assistenzärzte sind gefährdet am Burnout-Syndrom zu erkranken.

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Augen zu und durch - bei Burn-out die falsche Reaktion. | Pressmaster/Fotolia

Ärzte sind häufiger von Burn-out betroffen als die Menschen viele anderer Berufe. In einer Studie des Marbuger Bundes Bayern gaben 75 Prozent der befragten Ärzte an auch in der Freizeit Schwierigkeiten zu haben neue Kräfte zu sammeln. Dabei sind die jungen Ärzte unter 35 Jahren besonders gefährdet. Sie müssen sich als Assistenzarzt oder Facharzt im Krankenhausbetrieb behaupten, von Ihnen wird zu Anfang oft mehr erwartet als von den Kollegen. Gerade als Berufsanfänger ist es deshalb immanent wichtig Grenzen aufzuzeigen und für Maßnahmen einzustehen, die das eigene Wohlbefinden verbessern. 

So lohnt sich vor dem Abschluss eines Arbeitsvertrages das genaue Lesen. Wie sieht es aus mit einer Kinderbetreuung, ist eine Teilzeitbeschäftigung grundsätzlich möglich, wie wird die geleistete Mehrarbeit verrechnet, wann kann Urlaub genommen werden? Auch wenn eine Schwangerschaft und eine klinische Tätigkeit unter bestimmten Voraussetzungen miteinander zu vereinbaren sind, bestimmte Tätigkeiten dürfen bis zum Mutterschutz nicht ausgeübt werden. Auch die Elternzeit kann für Erholung sorgen. Bis zu einem Zeitraum von drei Jahren ist es einem frischgebackenen Elternteil gesetzlich möglich zu pausieren, Elterngeld kann bis zu 24 Monate ausgezahlt werden. 

Achten Sie in jedem Fall sehr genau auf frühe Warnzeichen, die einen Erschöpfungszustand ankündigen. Mit folgenden Fragen können Sie überprüfen, ob Sie Burn-out gefährdet sind: 

  • Sind Sie oft müde und erschöpft? 
  • Haben Sie das Bedürfnis nach immer mehr Ruhepausen?
  • Brauchen Sie deutlich mehr Zeit, um wieder voll einsatzfähig zu sein als früher?
  • Haben Sie Konzentrationsstörungen? 
  • Passieren Ihnen Fehler, die Sie früher vermieden haben? 
  • Sind Sie häufiger gereizt und aggressiv?
  • Haben Sie psychosomatische Beschwerden wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Verdauungsprobleme?
  • Vernachlässigen Sie Ihren Freundeskreis oder den Partner? 
  • Haben Sie Hobbies aufgegeben, weil Ihnen die Kraft hierzu fehlt?

Wenn Sie einige der obigen Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, wird es Zeit für Veränderungen. Manchmal hilft es, wenn man mit dem Hausarzt oder einem befreundeten Kollegen spricht. Betrachten Sie eine Erkrankung nicht als persönliches Versagen. Das Krankenhaus gehört wegen den differenzierten Arbeitsabläufen und der oft unzureichenden Teamarbeit zu den belastendsten Arbeitsumgebungen überhaupt. Sie handeln verantwortlich, wenn Sie ab einem bestimmten Zeitpunkt "Stopp" sagen. Nicht nur Ihnen selbst gegenüber, sondern auch gegenüber Kollegen, Patienten und dem Partner oder der Partnerin.