Überblick: Weiterbildung Kinder- und Jugendmedizin

Wenn man sich für eine Facharzt-Weiterbildung entscheiden muss, gibt es viele Möglichkeiten. In der Serie "Überblick" stellen wir die einzelnen Fachgebiete und ihre Weiterbildungsmodalitäten vor. Dieses Mal unter der Lupe: die Kinder- und Jugendmedizin.

Weiterbildung Kinder- und Jugendmedizin

Überblick: Weiterbildung Kinder- und Jugendmedizin | Foto: Drubig Photo/Fotolia.com

Laut der Musterweiterbildungsordnung der Budesärztekammer umfasst das Gebiet der Kinder- und Jugendmedizin die Erkennung, Behandlung, Prävention, Rehabilitation und Nachsorge aller körperlichen, neurologischen, psychischen und psychosomatischen Erkrankungen, Verhaltensauffälligkeiten, Entwicklungsstörungen und Behinderungen des Säuglings, Kleinkindes, Kindes und Jugendlichen von Beginn bis zum Abschluss seiner somatischen Entwicklung einschließlich pränataler Erkrankungen, Neonatologie und der Sozialpädiatrie.

Das vielfältige Arbeitsgebiet in den verschiedenen Entwicklungsstadien junger Menschen beinhaltet die Behandlung unterschiedlichster Krankheitsbilder wie Infekte, Diabetes und Asthma oder auch Sturzverletzungen und viele mehr. Hinzu kommen präventive Maßnahmen wie Früherkennungsuntersuchungen und Impfungen.

'Unkomplizierte' Medizin

Eine gründliche Anamnese sowie die körperliche Untersuchung sind die wichtigsten Schritte bei der Behandlung von kleinen Kindern. Viele und komplizierte Untersuchungen sind nicht anzuraten, da die kleinen Patienten hierfür zu unruhig und empfindlich sind. Viele Krankheiten haben einen schwerwiegenderen Einfluss auf Kinder als auf Erwachsene, da sie allein von der körperlichen Masse her weniger entgegen zu setzen haben, beispielsweise bei Krankheiten mit hohem Flüssigkeitsverlust setzt schneller eine Dehydrierung ein.

Ein Kinder- und Jugendmediziner muss auch ein guter Kommunikator sein. Kleine Kinder können sich selbst noch nicht äußern, daher sind die Eltern die wichtigsten Ansprechpartner. Aufgrund ihrer Besorgnis über die Erkrankung ihres Kindes ist ein sehr empathischer, menschlicher Umgang wichtig, Diagnosen und deren Konsequenzen sollten ruhig vorgetragen werden und klare Aussagen müssen getroffen werden.

Fakten zur Weiterbildung

Die Dauer der Weiterbildung

Die Weiterbildungszeit in der Kinder- und Jugendmedizin beträgt 60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte, davon

  • 6 Monate in der intensivmedizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen (es können bis zu 12 Monate im Gebiet Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und/oder Kinderchirurgie oder 6 Monate in anderen Gebieten, bis zu 12 Monate in den Schwerpunktbildungen des Gebietes und bis zu 24 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet/angerechnet werden)

Auf Seite 2: Inhalt der Weiterbildung sowie die definierten Untersuchungs- und Behandlungsverfahren. =>

Die Richtlinien der Weiterbildungsordnung können ganz schön verwirrend sein. Wie lange dauert die jeweilige Weiterbildung? Welche Inhalte gibt es? Welche Anlaufstellen kann man bei Fragen kontaktieren? Alle Antworten finden Sie hier.