Arzt in der Rehabilitation: „Mehr als Fango und Tango“

Dass die Arbeit als Arzt in der Rehabilitation zeitgemäß und vielseitig ist und weit mehr als „Fango und Tango“, erläuterte Dr. med. Bernhard Müller, Oberarzt am Reha-Zentrum Schömberg auf dem Operation Karriere Kongress 2015 in Köln.

Dr. Bernhard Müller

Dr. Bernhard Müller während seines Vortrags beim Operation Karriere Kongress 2015 in Köln. | dd

„Wir sind durch das Studium alle akutmedizinisch sozialisiert.“, so Dr. Müller, Facharzt für Innere Medizin, Sozialmedizin und Rehawesen und Oberarzt im Reha-Zentrum der Klinik Schwarzwald der Deutschen Rentenversicherung Bund in Schömberg. Der Patient werde in erster Linie als passiv und hilfsbedürftig wahrgenommen.  Doch in der Rehabilitationsmedizin begegne man dem Patienten mit anderen Ansätzen. Während sich die Akutmedizin auf die Behandlung einer Krankheitsepisode konzentriere, gehe es bei der Reha-Medizin um die Behandlung einer Krankheitsentwicklung. Dafür sei die Mitarbeit der Patienten zum erfolgreichen Verlauf einer Therapie zwingende Voraussetzung. 

Auch sei die Akutmedizin in der öffentlichen Wahrnehmung viel stärker im Fokus. Dabei stehen laut Dr. Müller den 1.980 Akutkrankenhäusern in Deutschland rund 1.200 Reha-Einrichtungen gegenüber.  Auf diese 1.200 Kliniken verteilten sich wiederum 9.600 Ärztinnen und Ärzte, so Müller. Es herrsche also ein „familiäres Arbeitsklima“ innerhalb der Einrichtungen.

Wiederaufbau und Reintegration

Die Herausforderung des Rehawesens sei es, einen Patienten durch psychologische Betreuung und gezielten Muskelaufbau nach einem oftmals stark invasiven Eingriff in die Berufswelt zu reintegrieren, also der gezielte Wiederaufbau nach einer akuten Erkrankung. Doch auch die Verbesserung der individuellen Lebensqualität bei einer chronischen Erkrankung sei eine zentrale Aufgabe der Rehabilitation. Manchmal müsse man Patienten dabei helfen, Einschränkungen zu akzeptieren und innerhalb dieser Einschränkungen bestmögliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Grundpfeiler seiner Arbeit mit den Patienten seien dabei stets körperliche Aktivität bei gleichzeitiger individueller Betreuung.

Durch den demographischen Wandel in der Gesellschaft und der damit verbundenen steigenden Zahl an geriatrischen Krankheitsbildern und chronischen Erkrankungen werde der Bedarf an Ärzten in der Rehabilitation künftig steigen, so Dr. Müller. Daher sei seine Disziplin und die an sie geknüpften, wachsenden Aufgaben ebenso vielseitig wie zeitgemäß.

Quelle: „Zeitgemäß und vielseitig – Arbeiten als Arzt in der Rehabilitation“; Dr. med. Bernhard Müller, Facharzt für Innere Medizin, Sozialmedizin und Rehawesen und Oberarzt im Reha-Zentrum der  Klinik Schwarzwald der Deutschen Rentenversicherung Bund in Schömberg; Operation Karriere Kongress Köln 2015.