Berliner Kammerpräsident Jonitz: Das macht den Arztberuf aus

Dr. Günter Jonitz ist der Präsident der Ärztekammer Berlin und Mitglied im Vorstand der Bundesärztekammer. Was den Arztberuf ausmacht und worauf sich zukünftige Kollegen einstellen müssen, erklärte er beim Auftaktvortrag des Operation Karriere-Kongresses 2015 in Berlin.

Dr. med. Günter Jonitz

"Dem Arzt muss es selbst gut gehen, damit er anderen helfen kann" - Dr. med. Günter Jonitz | Peter Himsel

"Es geht hier um ein spannendes Thema - es geht um die Zukunft, Ihre Zukunft." So begann Jonitz seinen Vortrag. Die Arbeit als Arzt hält Jonitz für den schönsten Beruf, denn der Arzt stehe dem Patienten nahe, im Leben und im Tod. "Sie müssen eine große Offenheit mitbringen und zeigen: die Nähe zu den Patienten ist das größte Privileg", sagte Jonitz. Der Arztberuf habe das größte Spektrum, man könne alles machen.

Bei der täglichen Arbeit ginge es immer nur um die Frage "Was hat der Patient davon?" Dies sei die Maxime bei jeder Handlung. Der Arzt sehe sich auch einer gigantischen Rollenerwartung gegenüber. Können, Erfahrung, Einfühlungsvermögen, Verantwortungsbereitschaft, Verfügbarkeit und Fehlerlosigkeit setzten die Patienten voraus. "Ohne Empathie bringt Fachwissen gar nichts", sagte Jonitz.

Auch das eigene Empfinden zählt

Es müsse dem Arzt selbst auch gut gehen mit seinem Job und seinem Leben, denn sonst könne dieser auch niemandem helfen. Die Belohnung für die vielen Anforderungen, die an diesen Beruf gestellt werden, sei das hohe Ansehen. "Der Arzt ist der wichtigste Mensch im Leben eines Kranken, die einzige Variable", so Jonitz. Ärzte sitzen laut Jonitz auch zuweilen in der "Fortschrittsfalle". Die Leistungsfähigkeit der Medizin habe sich so sehr gesteigert, so etwa bei der Tumorbehandlung, dass es immer mehr Patienten gebe und immer mehr Kosten verursacht würden. Jonitz' Empfehlung: "Ziehen Sie in regelmäßigen Abständen Bilanz und machen Sie sich die Dinge bewusst, die gut gelaufen sind."

Serie Berufsstart: Teil 7 - Facharztgebiete

In unserer Serie zum Thema Berufsstart geben wir wertvolle Tipps zu allen Schritten von der Stellensuche über die Bewerbung und das Vorstellungsgespräch bis zum Arbeitsbeginn in der Klinik. Teil 7: Die Facharztgebiete.

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Was hat sich im Laufe der Zeit geändert? Die Gesundheitsbranche bewege sich momentan in einer schwierigen Phase. Durch die Multimorbidität der Patienten und den demografischen Wandel haben wir eine "Gesellschaft des langen Lebens". Es herrsche eine externe und eine interne Krise, die von der Finanzkrise und der Ressourcenknappheit bestimmt wird. Das Organisationsmuster habe sich jedoch nicht verändert. Die Gesundheitsbranche arbeitet im Fließbandprinzip: die Politik bestimmt, die Kassen zahlen, die Ärzte behandeln die Patienten. "Diese Player arbeiten nicht zusammen, sondern gegeneinander. Machen Sie sich darauf gefasst, dass immer Sie Schuld sind, wenn es Probleme gibt", warnte Jonitz. Die Systeme seien jedoch im Umbruch. Jonitz: "Es ist ein Start unter schwierigen Umständen, es lohnt sich aber trotzdem!"

Jonitz: "Arbeit muss in persönlichen Lebensplan passen"

Eine entscheidende Sache habe sich auch geändert: Die Arbeit müsse in den eigenen Lebensplan passen, nicht mehr anders herum. Jonitz legte den Teilnehmern nahe, nach spätestens ein oder zwei Jahren an der Klinik ein Fazit zu ziehen und sich die Frage zu stellen: Wie geht es mir?  - Je nachdem, wie diese Bewertung ausfiele, müsse die Entscheidung getroffen werden, ob man bleibe, oder sich nach etwas anderem umschaue.

Weitere Tipps von Günter Jonitz

  • Weiterbildungsordnung von der zuständigen Kammer besorgen
  • Den Zufall bei der Fachwahl akzeptieren, schauen, wohin es einen verschlägt
  • Sich ins Team einbringen
  • Freiräume schaffen
  • Vorbilder suchen
  • Aktiv werden, Einzelkämpfermodus abschalten
  • Hauseigene Fortbildung nutzen
  • Fachgesellschaften, Berufsverbände, Ärztekammer nutzen
  • Netzwerke schaffen
  • Arztpersönlichkeit entwickeln (Das wichtigste Tool bei der Behandlung)

Quelle: Dr. med. Günter Jonitz: "Im Wandel des Gesundheitssystems – Karriere- und Lebensplanung junger Mediziner", Operation Karriere Kongress Berlin, 14.11.2015.

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