Innere Medizin: Ärztliche Weiterbildung Kardiologie

Die Kardiologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin. Wer später als Kardiologe in Deutschland praktizieren will, muss eine mehrjährige Ärztliche Weiterbildung durchlaufen.

Kardiographie

Die Kardiologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin. | Kzenon/Fotolia

Die Kardiologie ist die Lehre vom Herzen. Sie befasst sich mit seinen Strukturen, den Funktionen im Organismus und den Erkrankungen des Herzens und in der Humanmedizinmit dem Teilgebiet der Inneren Medizin, das die Herz-Kreislauferkrankungen bei Erwachsenen umfasst. Die Kinderkardiologie ist in Deutschland ein eigenständiges Teilgebiet, angesiedelt in der Kinderheilkunde.

Ziel der Weiterbildung im Fachbereich der Kardiologie ist laut Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer die Erlangung der Facharztkompetenz Innere Medizin und Kardiologie nach

Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und Weiterbildungsinhalte einschließlich der Inhalte der Basisweiterbildung.

Weiterbildungszeit Ärztliche Weiterbildung Kardiologie:

Mindestdauer: 72 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1,

davon

● 36 Monate in der stationären Basisweiterbildung im Gebiet Innere Medizin

● 36 Monate Weiterbildung in Kardiologie, davon

 - können bis zu 18 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.

 - 6 Monate internistische Intensivmedizin, die auch während der Basisweiterbildung abgeleistet werden können.

Werden im Gebiet Innere Medizin 2 Facharztkompetenzen erworben, so beträgt die gesamte

Weiterbildungszeit mindestens 8 Jahre.

 

Weiterbildungsinhalte laut Weiterbildungsordnung:

Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

– den Inhalten der Basisweiterbildung

– der Erkennung sowie konservativen und interventionellen Behandlung von angeborenen und erworbenen Erkrankungen des Herzens, des Kreislaufs, der herznahen Gefäße, des Perikards

– Beratung und Führung von Herz- Kreislaufpatienten in der Rehabilitation sowie ihre sozialmedizinische Beurteilung hinsichtlich beruflicher Belastbarkeit

– der Durchführung und Beurteilung diagnostischer Herzkatheteruntersuchungen

– therapeutischen Koronarinterventionen (z. B. PTCA, Stentimplantationen, Rotablation)

– der Durchleuchtung, Aufnahmetechnik und Beurteilung von Röntgenbefunden bei

 

Angiokardiographien und Koronarangiographien

– der Beurteilung von Valvuloplastien

– interventionellen Therapien von erworbenen und kongenitalen Erkrankungen des Herzens und der

herznahen Gefäße

– der medikamentösen und apparativen antiarrhythmischen Diagnostik und Therapie einschließlich

 

Defibrillation

– der Schrittmachertherapie und -nachsorge

– der Indikationsstellung und Nachsorge von Kardioverter-Defibrillatoren und Ablationen zur

Behandlung von Herzrhythmusstörungen

– der interdisziplinären Indikationsstellung und Beurteilung nuklearmedizinischer Untersuchungen

sowie chirurgischer Behandlungsverfahren

– der intensivmedizinischen Basisversorgung

 

Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:

– Echokardiographie einschließlich Stressechokardiographie und Echokontrastuntersuchung sowie Doppler-/Duplex-Untersuchungen des Herzens, der herznahen Venen

– transoesophageale Echokardiographie

– Rechtsherzkatheteruntersuchungen gegebenenfalls einschließlich Belastung

– Spiro-Ergometrie

– Linksherzkatheteruntersuchungen einschließlich der dazugehörigen Linksherz- Angiokardiographien und Koronarangiographien

– Langzeituntersuchungsverfahren,

z. B. ST-Segmentanalysen, Herzfrequenzvariabilität, Spätpotentiale

– Applikation von Schrittmachersonden

– Schrittmacherkontrollen

– Kontrollen von internen Cardiovertern bzw. Defibrillatoren (ICD)

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