Ärztliche Weiterbildung: Chirurg bei der Bundeswehr

Was unterscheidet einen Chirurgen im Dienst der Bundeswehr von einem Chirurgen an einer zivilen Klinik? Joachim Sahm, Oberfeldarzt und Chirurg am Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz klärt auf.

Joachim Sahm

Joachim Sahm, Oberfeldarzt, Bundeswehrkrankenhaus Koblenz, bei seinem Vortrag auf dem Operation Karriere Kongress 2016 in Frankfurt. | dd

Für einen Chirurgen bei der Bundeswehr steht laut Sahm "traumalastige Arbeit" im Vordergrund. Vor allem die Traumaversorgung nach einem Unfall, bzw. durch Schussverletzungen im Einsatz. Damit gehe oft eine sehr komplexe Behandlung einher. Auch eine Kooperation mit anderen Fachgebieten, allen voran der Anästhesie, aber auch Intensivmedizin und plastische Chirurgie sei in diesen Fällen unbedingt notwendig, um die Patienten rundum zu versorgen.

Stressresistenz und Teamfähigkeit gefragt

Die Arbeit als Chirurg bei der Bundeswehr setzt laut Sahm ein hohes Maß an Teamfähigkeit und Belastbarkeit voraus.  Der Fokus bei der Weiterbildung zum Chirurgen in der Bundeswehr liege zunächst auf der Allgemeinen Chirurgie. Bundeswehrspezifisch wichtig für die Arbeit in der Truppe sei die daran anschließende Ausbildung in der Notfallmedizin, erklärte Sahm.  Ebenfalls nehme man im Zuge der Ausbildung zum Bundeswehr-Chirurgen an externen Fortbildungen teil,  vor allem im Bereich ATLS  (Advanced Trauma Life Support), um auf die herausforderungsreiche Arbeit im Schockraum vorbereitet zu sein.

Gute Karriereperspektiven

Was die Karriereperspektiven für künftige Chirurgen anbelange, so seien diese sehr gut, verkündete Sahm. Das Durchschnittsalter deutscher Chirurgen liege bei rund 49 Jahren, bis ins Jahr 2020 gingen 15.000 Chirurgen in den Ruhestand. 

 

 

 

Quelle: "Chirurg weden? - Kein Durchschnittsjob", Vortrag Operation Karriere Kongress Frankfurt/Main, 2016, Referent: Joachim Sahm, Oberfeldarzt, Bundeswehrkrankenhaus Koblenz.