Chirurg werden - kein Durchschnittsjob

Chirurg mit Leidenschaft – so stellte sich Kugarajah Arulrajah (Foto) dem Medizinernachwuchs in Hamburg vor. Der Assistenzarzt in Weiterbildung, derzeit am Klinikum Itzehoe in der Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Viszeralchirurgie tätig, schwärmte von seinem Fach.

Kugarajah Arulrajah, Referent bei Operation Karriere

Kugarajah Arulrajah, Assistenzarzt Klinikum Itzehoe in der Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Viszeralchirurgie | Foto: Schunk

Vielseitig sei die Arbeit – ob in der Ambulanz oder auf der Station. In der Ambulanz betreue man postoperative Patienten, bereite andere auf den Eingriff vor oder untersuche und berate die Patienten in der normalen Sprechstunde. Auf der Station dagegen betreue man die Patienten nach komplexen Eingriffen oder sei gefordert, bei anderen komplexe Krankheiten zu erkennen. Gerade hier sei Teamwork gefragt, und auch der Teil der Ausbildung, der einen im Rahmen des Common trunk in die Intensivstation führe, sei spannend für den Weg zum „fertigen“ Facharzt.

Und gerade hier biete die Chirurgie eine kaum zu überbietende Breite: Wählen könne man aus den Bereichen Allgemein,- Gefäß und Viszeralchirurgie, ebenso stehe die Herzchirurgie, die Kinderchirurgie, die Plastische und Ästhetische Chirurgie sowie die Thoraxchirurgie zur Wahl – natürlich neben Unfallchirurgie und Orthopädie.

Jeder Fehler zeigt seine Wirkung

Dass die Chirurgie eben kein Durchschnittsjob sei, liege einerseits an der großen Verantwortung, die man trage: Der Patient erwarte ein sicheres Handeln und vertraue einem sein Leben an. Arulrajah: „Und eines muss man sich vor Augen halten: Jeder Fehler zeigt seine Wirkung.“ Gefragt sei in der Chirurgie auch Entscheidungsstärke – und das nicht nur in der Notfallambulanz, sondern auch am OP-Tisch.

Dass der Chirurg sich auf lange Operationen einstellen und auch Abstriche bei der Freizeitgestaltung in Kauf nehmen muss, sei einerseits ein Nachteil, andererseits aber auch eine große Herausforderung. Belastbar müsse ein Chirurg auch sein, wenn während eines Eingriffs Komplikationen auftreten oder wenn es Schuldzuweisungen durch Patienten geben sollte. Als besonders motivierend bezeichnete Arulrajah den durchgängigen Teamgedanken in der Chirurgie: Kollegen, das OP-Team und die Pflege agierten Hand in Hand, was einen zusätzlichen Motivationsaspekt darstelle.

Arbeitgeber in die Pflicht nehmen

Der junge Arzt gab seinen künftigen Kollegen auch eine Reihe von Tipps an die Hand, auf die die Bewerber bei der Auswahl ihrer Arbeitgeber achten sollten: Es sollten die entsprechenden Weiterbildungsermächtigungen vorliegen, es sollten regelmäßige Weiterbildungsgespräche eingeplant und durchgeführt werden, es sollte ein strukturiertes Weiterbildungs- und Rotationsprogramm angelegt sein und es sollte eine Dokumentation in einem Logbuch erfolgen. Außerdem solle man auf regelmäßige M&M-Konferenzen und transparente Einteilungen für die OPs achten. Last but not least könne man eine finanzielle und ideelle Unterstützung für externe Fortbildungen ebenso erwarten wie Feedback-Systeme zur kontinuierlichen Optimierung.

Damit man die richtige Entscheidung treffe, sollte man sich über Hospitationen, Famulaturen und das PJ einen echten Eindruck von den Abteilungen verschaffen. Auch Gespräche vorab mit den Assistenzärzten seien sehr wichtig, um rasch auch hinter die Fassaden zu schauen. Und: „Fragt im Bewerbungsgespräch alles, was Euch wichtig ist und interessiert. Wer sich hier zurückhält, bereut es später.“

Operation Karriere, 30.05.2015, Hamburg. "Chirurg werden – kein Durchschnittsjob". Kugarajah Arulrajah, Assistenzarzt in Weiterbildung, Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Viszeralchirurgie, Klinikum Itzehoe, Itzehoe.

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