Berufsbild Chirurg: Teil 6 - Plastische & Ästhetische Chirurgie

In dieser Serie stellen wir die verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten in der Chirurgie vor. Welche Fertigkeiten werden erlernt, wie lange dauert die Spezialisierung und welche Untersuchungs- und Behandlungsverfahren sind Gegenstand der Weiterbildung? Teil 6: Plastische und Ästhetische Chirurgie.

Plastische und Ästhetische Chirurgie

Teil 6 unserer Serie: Plastische und Ästhetische Chirurgie | Foto: Tomasz Zajda/Fotolia.com

Die Hauptaufgaben der Plastischen Chirurgie liegen in der Wiederherstellung und Verbesserung von erworbenen oder angeborenen Defekten, in der Versorgung von Brandverletzungen sowie in der Strukturwiederherstellung der Muskulatur und Haut nach Verletzungen und Operationen. Auch die Handchirurgie ist fächerübergreifend mit der Unfallchirurgie/Orthopädie Teil der Plastischen Chirurgie. Die ästhetische Chirurgie umfasst Eingriffe, die nicht medizinisch indiziert sind, sondern einzig im dem Wunsch des Patienten begründet sind.

Auf der Homepage des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen (BDC) erklären Ärzte, warum sie sich für ihr Fachgebiet entschieden haben. Hier geht es zur Plastischen und Ästhetischen Chirurgie.

Plastische Chirurgie: Fakten zur Weiterbildung

Die Dauer der Weiterbildung

Die Weiterbildungszeit in der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie beträgt 72 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten in einer Weiterbildungsstätte, davon

  • 24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Chirurgie
  • 48 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie (davon sind bis zu 12 Monate in einer der anderen Facharztweiterbildungen des Gebietes Chirurgie, in Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und/oder Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie oder 6 Monate in Anästhesiologie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe oder Pathologie möglich. Außerdem können bis zu 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.)

Werden im Gebiet Chirurgie zwei Facharztkompetenzen erworben, so beträgt die gesamte Weiterbildungszeit mindestens neun Jahre.

Die Inhalte der Weiterbildung

Die Weiterbildung Plastische und Ästhetische Chirurgie sieht den Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

  • der Vorbeugung, Erkennung, operativen und konservativen Wiederherstellung und Verbesserung angeborener oder durch Krankheit, Degeneration, Tumor, Unfall oder Alter verursachter sichtbar gestörter Körperfunktionen und der Körperform
  • der Behandlung Brandverletzter in der Akut- und sekundären Rekonstruktionsphase
  • der Differentialtherapie bei postoperativen Komplikationen, Großwunden und Wundheilungsstörungen
  • Rekonstruktionsmaßnahmen bei Fehlbildungen
  • therapeutischen Verfahren bei akuten Verletzungen der Haut und Weichteile einschließlich Rekonstruktion
  • der ästhetisch-plastischen Chirurgie in allen Körperregionen einschließlich kosmetische Operationen unter Berücksichtigung der psychologischen Exploration und Elektionskriterien und der spezifischen Aufklärung bei elektiven Operationsindikationen
  • funktions- und strukturwiederherstellende Eingriffe bei akuten Verletzungen und chronischen Wunden und Infektionen der Haut, der Weichteile und des muskulo-skelettalen Apparates sowie deren Folgeschäden auch in interdisziplinärer Kooperation
  • der Erkennung und Behandlung von Verletzungen, Erkrankungen und Funktionsstörungen der Hand
  • der Mitwirkung bei Replantationen und Revaskularisationen abgetrennter Körperteile einschließlich der Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen des peripheren Nervensystems
  • der Transplantation isogener, allogener oder synthetischer Ersatzstrukturen
  • psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen und psychosozialen Zusammenhängen bei angeborenen Fehlbildungen, erworbenen Defekten und ästhetisch-kosmetischen Eingriffen
  • der Nachbehandlung ästhetisch-plastischer Eingriffe einschließlich Verbände, Ruhigstellung, Stabilisierung auch bei Schuhversorgungen, Orthesen und Prothesen sowie bei Transplantationen
  • der Erhebung einer intraoperativen radiologischen Befundkontrolle unter Berücksichtigung des Strahlenschutzes
  • der Bewertung bildgebender, endoskopischer und neurologischer/neurophysiologischer Befunde
  • der Verordnung von Krankengymnastik, Ergrotherapie und weiterer Rehabilitationsmaßnahmen

vor.

Die definierten Untersuchungs- und Behandlungsverfahren sind

  • konstruktive, rekonstruktive und ästhetisch-plastisch-chirurgische Eingriffe einschließlich mikrochirurgischer, Laser-, Ultraschall- und minimalinvasiver Techniken sowie Nah- und Fernlappenplastiken mit und ohne Gefäßanschluss im Kopf-Hals-Bereich, im Brustbereich, an Rumpf und Extremitäten, an Haut- und subkutanen Weichteilen sowie an peripheren Nerven
  • Mitwirkung bei Eingriffen im Rahmen der Erstversorgung von Verbrennungen und zur Behandlung von Verbrennungsfolgen

Quellen: Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC), www.chirurg-werden.de und Musterweiterbildung 2013 der Bundesärztekammer

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